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Highlights

  • Westturm mit 93 Metern, Wahrzeichen der Stadt
  • Paradiesportal mit früher stehender Madonna aus dem 13. Jahrhundert
  • Hallenkrypta mit Reliquien des heiligen Liborius
  • Dreihasenfenster im Kreuzgang
  • Liborischrein von 1627 im benachbarten Diözesanmuseum
  • Bartholomäuskapelle von 1017 direkt nebenan

Über diesen Ort

Der Paderborner Dom steht genau dort, wo die Pader aus dem Boden quillt, und sein Westturm ist mit 93 Metern von fast überall in der Stadt zu sehen. Wer hineingeht, findet eine der großen Bischofskirchen Deutschlands: eine weite gotische Halle, eine Krypta von seltener Größe und ein Portal, an dem eine der frühesten stehenden Madonnen des Landes wacht. Und im Kreuzgang sucht man nach drei Hasen, die zusammen nur drei Ohren haben.

Geschichte: zwölf Jahrhunderte an derselben Stelle

Schon Karl der Große ließ an den Paderquellen eine Pfalz mit Kirche bauen. Im Jahr 799 traf er hier Papst Leo III., vermutlich wurde damals auch das Bistum gegründet. 836 kamen die Gebeine des heiligen Liborius aus Le Mans nach Paderborn, seitdem ist er Stadt- und Bistumspatron. Der Vorgängerbau brannte im Jahr 1000 und noch mehrmals danach.

Der heutige Dom entstand im Wesentlichen im 13. Jahrhundert. Man begann um 1210 im Westen mit romanischen Formen und baute nach Osten hin immer gotischer weiter, das kannst du an den Fenstern von West nach Ost regelrecht ablesen. 1622 plünderte der „tolle Christian“ von Braunschweig den Dom und ließ den goldenen Liborischrein zu Münzen einschmelzen. Im Zweiten Weltkrieg brannte der Dom vollständig aus und wurde ab 1945 wieder aufgebaut.

Was du sehen solltest

  • Paradiesportal: Das größte romanische Portal Westfalens liegt an der Südseite, weil der Dom mit zwei Chören keine Westfassade hat. Am Mittelpfosten steht die Muttergottes aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts, Farbreste zeigen, dass die Figuren einst bemalt waren. Die Vorhalle davor wird als Raststätte für Pilger nach Santiago gedeutet.
  • Das Innere: Eine dreischiffige Hallenkirche, 104 Meter lang, mit zwei Querhäusern. Achte auf das Fürstenberg-Grabmal und die Apostelfiguren an den Pfeilern.
  • Krypta: Sie ist 32 Meter lang und zählt mit Bamberg und Speyer zu den größten Hallenkrypten Deutschlands. Unter dem Altar ruhen die Reliquien des Liborius in einem Ebenholzschrein. Seit der Neugestaltung 2023 steht hier eine Liborius-Figur von Stephan Balkenhol.
  • Dreihasenfenster: Im Innenhof des Kreuzgangs zeigt ein Maßwerk aus rotem Wesersandstein vom Anfang des 16. Jahrhunderts drei springende Hasen. Der alte Spruch dazu: „Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei.“ Das Original liegt im benachbarten Diözesanmuseum.

Wissenswertes

Früher galt das Hasenfenster als Glücksbringer, den jeder wandernde Handwerksgeselle in Paderborn gesehen haben musste. Der heutige Liborischrein aus vergoldetem Silber stammt von 1627 und wird jedes Jahr zum Libori-Fest im Juli in einer Prozession durch die Stadt getragen. Eine Legende erzählt, dass bei der Ankunft der Reliquien 836 ein Pfau vor dem Zug herflog und tot zu Boden fiel, als die Gebeine den Dom erreichten. Gleich nördlich des Doms steht die Bartholomäuskapelle von 1017, die als älteste Hallenkirche nördlich der Alpen gilt.

Besuch, Führungen und Zeitplanung (Stand: Oktober 2026)

  • Öffnungszeiten: täglich 6:30–18:30 Uhr. Während der Gottesdienste ist keine Besichtigung möglich.
  • Eintritt: frei.
  • Domführung: samstags um 10:30 und 14:30 Uhr, etwa eine Stunde, 5 € pro Person, Treffpunkt am Paradiesportal. Vorher buchen.
  • Turmführung: Über 89 Stufen im Treppenturm und weitere 60 Stufen auf einer Wendeltreppe geht es zu den acht Glocken, nur für Schwindelfreie.
  • LUMINISCENCE: Vom 6. November 2026 bis Februar zeigt eine Licht- und Tonshow die Baugeschichte im Kirchenraum, Tickets ab 29 €.

Für Dom, Krypta und Kreuzgang reichen etwa 45 bis 60 Minuten. Mit Diözesanmuseum, Kaiserpfalz und den Paderquellen hast du leicht einen halben Tag.

Tripto-Tipp

Geh nach dem Dom einmal um die Nordseite herum. Zwischen Dom und Bartholomäuskapelle zeichnen helle Pflastersteine den Grundriss der karolingischen Salvatorkirche nach, und wenige Schritte weiter sprudeln die Paderquellen.

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Verifiziert14. Oktober 2026

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