Kirchen & Klöster
Paderborner Dom
Paderborn, Nordrhein-Westfalen
- 45–120 Min.
Kirchen & Klöster
Paderborn, Nordrhein-Westfalen
Der Paderborner Dom steht genau dort, wo die Pader aus dem Boden quillt, und sein Westturm ist mit 93 Metern von fast überall in der Stadt zu sehen. Wer hineingeht, findet eine der großen Bischofskirchen Deutschlands: eine weite gotische Halle, eine Krypta von seltener Größe und ein Portal, an dem eine der frühesten stehenden Madonnen des Landes wacht. Und im Kreuzgang sucht man nach drei Hasen, die zusammen nur drei Ohren haben.
Schon Karl der Große ließ an den Paderquellen eine Pfalz mit Kirche bauen. Im Jahr 799 traf er hier Papst Leo III., vermutlich wurde damals auch das Bistum gegründet. 836 kamen die Gebeine des heiligen Liborius aus Le Mans nach Paderborn, seitdem ist er Stadt- und Bistumspatron. Der Vorgängerbau brannte im Jahr 1000 und noch mehrmals danach.
Der heutige Dom entstand im Wesentlichen im 13. Jahrhundert. Man begann um 1210 im Westen mit romanischen Formen und baute nach Osten hin immer gotischer weiter, das kannst du an den Fenstern von West nach Ost regelrecht ablesen. 1622 plünderte der „tolle Christian“ von Braunschweig den Dom und ließ den goldenen Liborischrein zu Münzen einschmelzen. Im Zweiten Weltkrieg brannte der Dom vollständig aus und wurde ab 1945 wieder aufgebaut.
Früher galt das Hasenfenster als Glücksbringer, den jeder wandernde Handwerksgeselle in Paderborn gesehen haben musste. Der heutige Liborischrein aus vergoldetem Silber stammt von 1627 und wird jedes Jahr zum Libori-Fest im Juli in einer Prozession durch die Stadt getragen. Eine Legende erzählt, dass bei der Ankunft der Reliquien 836 ein Pfau vor dem Zug herflog und tot zu Boden fiel, als die Gebeine den Dom erreichten. Gleich nördlich des Doms steht die Bartholomäuskapelle von 1017, die als älteste Hallenkirche nördlich der Alpen gilt.
Für Dom, Krypta und Kreuzgang reichen etwa 45 bis 60 Minuten. Mit Diözesanmuseum, Kaiserpfalz und den Paderquellen hast du leicht einen halben Tag.
Geh nach dem Dom einmal um die Nordseite herum. Zwischen Dom und Bartholomäuskapelle zeichnen helle Pflastersteine den Grundriss der karolingischen Salvatorkirche nach, und wenige Schritte weiter sprudeln die Paderquellen.
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