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Highlights

  • Künstliche Insel von 1761 bis 1765, Festung von 1765 bis 1767
  • Sternförmige Schanze mit Kasematten und Turm mit Blick über den See
  • Militärschule, an der der junge Scharnhorst lernte
  • Graf Wilhelms „Steinhuder Hecht“, das erste in Deutschland konstruierte U-Boot
  • Überfahrt mit traditionellen Auswandererbooten in rund 25 Minuten

Über diesen Ort

Vom Ufer in Steinhude sieht der Wilhelmstein aus wie ein grünes Inselchen mit ein paar Häusern, doch dahinter steckt eine der ungewöhnlichsten Festungen Europas. Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe ließ ab 1761 mitten im Steinhuder Meer eine Insel aufschütten und darauf eine Festung bauen, um seinen winzigen Staat mit damals nur 17.000 Einwohnern zu schützen. Man belächelte die Idee als Spielerei eines Kanonengrafen, bis die Festung 1787 tatsächlich einer Belagerung standhielt. Heute erreichst du die Insel mit dem Boot und kannst Kasematten, Kommandantenwohnung und Turm besichtigen.

Geschichte: eine Insel aus Menschenhand

Von 1761 bis 1765 schafften die Untertanen an jedem Werktag rund 30 Kubikmeter Sand, Kies und Steine heran, im Sommer mit Fischerbooten, im Winter auf Schlitten über das Eis. Für den Transport wurde eigens der 1,2 Kilometer lange Hagenburger Kanal gegraben. Bezahlt wurden die Arbeiter trotzdem. Von 1765 bis 1767 entstand eine sternförmige Schanze mit vier Bastionen, rundherum 16 kleinere Inseln als Außenwerke mit Kanonenstellungen, Werkstätten, Lazarett und sogar einer Windmühle. 1777 standen hier 166 Kanonen. Um 1810 wurden die Zwischenräume aufgefüllt, so entstand die heutige, fast quadratische Insel mit rund 100 Metern Seitenlänge.

Graf Wilhelm richtete auf der Insel auch eine Militärschule ein. Ihr berühmtester Schüler war Gerhard von Scharnhorst, der spätere preußische Heeresreformer, der ab 1773 als 18-Jähriger hier lernte. Seine größte Bewährungsprobe erlebte die Festung nach dem Tod der Grafen: 1787 besetzten Truppen aus Hessen-Kassel die Grafschaft, nur auf dem Wilhelmstein verschanzten sich rund 150 Mann. Etwa 2800 Belagerer kamen nicht heran, weil ihre Kanonen am morastigen Ufer nicht nah genug standen, und Hannover versorgte die Insel vom Nordufer aus. Als Preußen und Hannover Truppen sammelten, zogen die Hessen ab. Später diente die Festung als Staatsgefängnis.

Was du sehen solltest

  • Kasematten: In den beschusssicheren Gewölben lebten die Soldaten und lagerten Munition und Vorräte. Nachgebildete Wohn- und Arrestzellen zeigen den Alltag.
  • Kommandantenwohnung: Über den Kasematten liegt das „Schlösschen“ für Kommandant und Offiziere, im früheren Kommandantenzimmer finden heute standesamtliche Trauungen statt.
  • Der Turm: Vom höchsten Punkt der Insel überblickst du das ganze Steinhuder Meer. Ab 1774 befand sich hier eine Sternwarte.
  • Ausstellung: Karten, Mörser, Kanonenrohre, Kugeln und Gewehre aus der Geschichte der Festung.
  • Steinhuder Hecht: Graf Wilhelms berühmteste Erfindung war ein Entwurf für das erste in Deutschland konstruierte U-Boot, das unter Wasser von einem Fischschwanz angetrieben werden sollte.
  • Inselhäuser: Neun der einst 16 Häuser stehen noch, meist steinerne Nachbauten aus dem 19. Jahrhundert. Darin liegen Inselladen, Kiosk und ein kleines Hotel.

Öffnungszeiten und Eintritt (Stand: Oktober 2026)

Die Festung ist vom 20. März bis 31. Oktober 2026 täglich geöffnet. Vom 1. November bis 19. März gilt auf dem Steinhuder Meer ein Winterfahrverbot, die Insel ist dann geschlossen. Der Eintritt kostet 5 €, Kinder von 4 bis 13 Jahren zahlen 2 €, jüngere Kinder sind frei, Gruppen ab 10 Personen 4 € pro Person. Tickets gibt es im Inselladen oder am Kiosk, Kartenzahlung wird bevorzugt. Die Überfahrt bezahlst du separat. Hunde dürfen auf die Insel, aber nicht in die Festung. Führungen werden an ausgewählten Terminen angeboten.

Anfahrt und Parken

Die Boote der Steinhuder Personenschifffahrt starten am Anleger Strandterrassen, Meerstraße 2 in Steinhude und am Anleger Jugendherberge/Pilz am Warteweg in Mardorf. Die Fahrt mit den traditionellen Auswandererbooten dauert ab Steinhude etwa 25 Minuten, außerdem fährt ein Linienschiff. In beiden Orten gibt es ausgewiesene Parkplätze. Steinhude ist ein Ortsteil von Wunstorf, mit der S-Bahn kommst du von Hannover bis Wunstorf.

Tripto-Tipp

Plane mit Überfahrt zwei bis drei Stunden ein. Steig auf jeden Fall auf den Turm, und lass dir auf dem Rückweg Zeit für einen Bummel über die Promenade in Steinhude. Bei Wind kann die Fahrt im offenen Auswandererboot frisch werden, eine Jacke gehört auch im Sommer ins Gepäck.

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