Bauwerke & Wahrzeichen
Bremer Rathaus und Roland
Bremen, Bremen
- 30–90 Min.
- Familienfreundlich
- Bei Regen
Bauwerke & Wahrzeichen
Bremen, Bremen

Audioguide
Station 5 von 13 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Ein Ritter als Maßband, ein Mann auf Knien und eine Henne unter den Bögen.”
13 Stationen 85 Min. 2,6 km
Das Bremer Rathaus mit dem Roland auf dem Marktplatz ist das Herz der Hansestadt Bremen und seit 2004 UNESCO-Welterbe. Das gotische Rathaus mit seiner prächtigen Fassade im Stil der Weserrenaissance gilt als einziges Rathaus des europäischen Spätmittelalters, das nie zerstört wurde. Davor wacht seit 1404 der steinerne Roland als Symbol für Freiheit und Marktrecht. Zusammen mit Dom, Schütting und Bürgerschaft bilden sie einen der schönsten Marktplätze Deutschlands – und bei einer Führung siehst du auch die prachtvolle Obere Rathaushalle.
Um 1400 war Bremen reich und selbstbewusst. Der Rat ließ ab 1405 ein neues Rathaus als gotischen Saalgeschossbau errichten: unten eine offene Halle für das „Marktvolk“, oben ein großer Saal für Rat und Repräsentation. An der Marktseite stehen bis heute die Figuren des Kaisers und der sieben Kurfürsten aus der Bauzeit.
Rund 200 Jahre später genügte das dem Senat nicht mehr. Baumeister Lüder von Bentheim gab dem Bau ab 1608 die heutige Schaufassade im Stil der Weserrenaissance: großer Mittelrisalit mit flämischem Giebel, Balustraden, Reliefs, Engel und Fabeltiere. Von 1909 bis 1913 kam nach Plänen des Münchner Architekten Gabriel von Seidl das Neue Rathaus an der Rückseite hinzu, das sich bewusst unterordnet. Heute ist das Rathaus Sitz von Senat und Bürgermeister des Bundeslandes Bremen.
Der Roland wurde 1404 aufgestellt, nachdem Truppen des Erzbischofs 1366 seinen hölzernen Vorgänger verbrannt hatten. Die Figur ist 5,47 Meter hoch, mit Sockel und Baldachin misst das Denkmal 10,21 Meter – die größte freistehende Statue des deutschen Mittelalters. Roland, der legendäre Paladin Karls des Großen, hält ein blankes Schwert als Zeichen der Gerichtsbarkeit und einen Schild mit dem Reichsadler. Die Botschaft an den Erzbischof war klar: Bremen beansprucht kaiserliche Rechte und Freiheiten.
Rund um den Marktplatz: Gegenüber dem Rathaus steht der Schütting, das alte Haus der Kaufmannschaft, an der Südostseite das moderne Haus der Bürgerschaft, des Landesparlaments. Die Türme des Doms ragen gleich daneben auf, nördlich schließt sich die Kirche Unser Lieben Frauen an. Kaum ein Platz in Deutschland zeigt so dicht nebeneinander Kirche, Parlament, Regierung und Kaufmannschaft – genau dieses Zusammenspiel würdigt die UNESCO.
Übrigens: Das Rathaus ist kein Museum. Hier tagt jede Woche der Senat, der Bürgermeister ist zugleich Regierungschef des kleinsten Bundeslandes. Wenn Flaggen gehisst sind oder Staatsgäste kommen, wird es auf dem Platz entsprechend lebhaft.
Das Rathaus ist ein Arbeitsgebäude, deshalb kommst du nur mit einer Führung von Bremen Tourismus hinein (Stand: Oktober 2026):
Termine werden wegen Senatsveranstaltungen nur rund einen Monat im Voraus freigeschaltet; bei Empfängen oder Sitzungen fallen Führungen aus. Tickets gibt es online und in der Tourist-Information Böttcherstraße. Treffpunkt ist eine kleine Tür an der Domseite des Rathauses neben den Reiterstandbildern. Rucksäcke, Taschen, Schirme und nasse Mäntel musst du in der Garderobe abgeben, Toiletten und Sitzplätze gibt es im Rathaus nicht.
Mit der Bahn: Vom Bremer Hauptbahnhof erreichst du den Marktplatz zu Fuß in etwa einer Viertelstunde durch die Innenstadt oder mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle Domsheide. Das Deutschlandticket gilt im Nahverkehr.
Mit dem Auto: Parke in einem der Innenstadt-Parkhäuser; der Marktplatz selbst liegt in der Fußgängerzone.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Bremer Rathaus und Roland.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.
Geprüft: Oktober 2026