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Highlights

  • Kuppelbau mit Aufzügen
  • Gekachelte Tunnelröhren
  • Tunneltiere
  • Ausblick von Steinwerder

Audioguide

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Hamburg: Kaufleute ohne König

Audio-Spaziergang durch Hamburg — 12 Stationen, 2 davon kostenlos anhören

12 Stationen 90 Min. 3,9 km

Über diesen Ort

Der Alte Elbtunnel in Hamburg, offiziell St.-Pauli-Elbtunnel, verbindet seit 1911 die Landungsbrücken mit der Hafeninsel Steinwerder – und zwar rund 24 Meter unter der Elbe. Du fährst mit historischen Aufzügen in die Tiefe, läufst durch gekachelte Röhren und tauchst auf der anderen Seite mit dem schönsten Blick auf die Hamburger Hafenkante wieder auf. Der Tunnel ist Verkehrsweg, Technikdenkmal und kostenloses Erlebnis zugleich.

Geschichte: ein Tunnel für die Hafenarbeiter

Ende des 19. Jahrhunderts wuchs der Hafen auf der Südseite der Elbe rasant. Zehntausende Werft- und Hafenarbeiter mussten täglich übersetzen, doch die kleinen Fähren kamen mit dem Andrang kaum hinterher und waren bei Sturm, Nebel oder Eis unzuverlässig. Weil am Ufer wenig Platz war, entschied man sich für einen Tunnel mit senkrechten Zugängen.

Im März 1907 gab der Senat das Geld frei, am 22. Juli 1907 war Spatenstich. Den Bau leitete Otto Stockhausen, die Architektur stammt von Otto Wöhlecke aus dem Altonaer Büro Raabe & Wöhlecke – demselben Büro, das auch die Landungsbrücken entwarf. Rund 4.400 Arbeitskräfte gruben im Druckluftverfahren unter dem Fluss, drei von ihnen starben an der Taucherkrankheit. Die Kosten lagen bei etwa 10 Millionen Goldmark. Am 7. September 1911 wurde der Tunnel eingeweiht und galt als technische Sensation.

Nach der Eröffnung des Neuen Elbtunnels der A7 im Jahr 1975 bürgerte sich der Name „Alter Elbtunnel“ ein. Seit 2003 steht er unter Denkmalschutz, 2011 erhielt er den Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“.

Sanierung: seit Mai 2026 wieder beide Röhren offen

Nach rund hundert Jahren Betrieb war das Bauwerk dringend sanierungsbedürftig. Die Hamburg Port Authority sanierte zunächst die Schachtgebäude, ab 2010 dann die Oströhre, die im April 2019 wieder öffnete. Direkt danach begann die Arbeit an der Weströhre. Seit dem 4. Mai 2026 sind wieder beide Röhren für alle Besucherinnen und Besucher frei.

Die Zahlen zeigen den Aufwand: Je Röhre wurden rund 360.000 Fliesen neu verlegt, insgesamt etwa 29.000 Niet- und Schraubverbindungen ersetzt und tausende Tonnen Beton eingebaut. Der Bund förderte die Weströhre mit rund 21,3 Millionen Euro aus Mitteln für den Denkmalschutz.

Was du sehen solltest

  • Kuppelbau an den Landungsbrücken: Das Schachtgebäude hat einen Innendurchmesser von 22 Metern. Unter der hellen Kuppel blickst du von der Galerie direkt in den Aufzugsschacht.
  • Historische Aufzüge: Pro Schacht führen sechs Aufzüge rund 23,5 Meter in die Tiefe. Die großen Lastenkörbe mit Holzverkleidung wirken wie aus einem Film, daneben gibt es moderne gläserne Personenaufzüge und Treppen.
  • Die beiden Röhren: Jede ist gut 426 Meter lang. Die glänzenden weißen Kacheln und die Lampenreihen sorgen für eine fast surreale Perspektive – ein Klassiker für Fotos.
  • Tunneltiere: Etwa alle zehn Meter sitzen kleine Keramikreliefs in der Wand: Fische, Krebse, Muscheln, Ratten und sogar weggeworfene Alltagsgegenstände. Insgesamt sind es 167 Reliefs, die bei der Sanierung restauriert oder nachgebildet wurden. Kinder lieben es, sie unterwegs zu zählen.
  • Ausblick in Steinwerder: Auf der Südseite gehst du ein paar Schritte ans Ufer. Von dort siehst du die Landungsbrücken, den Michel und die Elbphilharmonie in einem Panorama – einer der besten Aussichtspunkte Hamburgs, besonders bei Sonnenuntergang.

Öffnungszeiten, Eintritt und Besuch mit Kindern

Der Tunnel ist für Fußgänger und Radfahrer rund um die Uhr und kostenlos geöffnet (Stand: Oktober 2026). Einzige Ausnahme ist die Silvesternacht, dann bleibt er von 21 bis 4 Uhr gesperrt. Treppen und gläserne Personenaufzüge stehen jederzeit zur Verfügung. Die großen Lastenaufzüge fahren montags bis freitags von 5:30 bis 20 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.

Für private Autos ist der Tunnel seit 2019 gesperrt. Für den Weg hindurch brauchst du zu Fuß etwa 10 bis 15 Minuten, mit Hin- und Rückweg, Fotostopps und dem Ausblick in Steinwerder solltest du rund eine Stunde einplanen. Am ruhigsten ist es früh morgens; dann gelingen auch die typischen Fotos der leeren, weiß gekachelten Röhre am besten, ohne Menschen im Bild.

Für Kinder ist der Tunnel ein kleines Abenteuer: Aufzug fahren, unter dem Fluss laufen, Tunneltiere suchen. Kinderwagen und Rollstühle kommen dank der Personenaufzüge problemlos nach unten. Auch mit dem Fahrrad kannst du den Tunnel nutzen, die Aufzüge nehmen Räder mit. An Sommerwochenenden ist allerdings viel los – dann ist Rücksicht auf Fußgänger gefragt.

Anfahrt

Der Nordeingang liegt am Westende der St. Pauli-Landungsbrücken. Mit U3, S1 oder S3 fährst du bis Landungsbrücken und gehst dann wenige Minuten am Wasser entlang zum Kuppelbau. Parkplätze direkt am Tunnel gibt es praktisch nicht; reise am besten mit Bahn oder Rad an.

In der Nähe

  • St. Pauli-Landungsbrücken: direkt nebenan, mit Hafenfähren und Fischbrötchen.
  • Altonaer Fischmarkt: etwa einen Kilometer elbabwärts, sonntags in den frühen Morgenstunden.
  • Museumsschiff Rickmer Rickmers: am Ostende der Landungsbrücken.
  • Reeperbahn: wenige Gehminuten bergauf.
  • Elbphilharmonie: gut sichtbar vom Ausblick in Steinwerder, mit der Hafenfähre 72 ab den Landungsbrücken schnell erreicht.
  • Hamburger Rathaus: mit der U3 nur wenige Stationen entfernt.

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Öffnungszeiten

Öffnungszeiten
Montag
0:00–24:00
Dienstag
0:00–24:00
Mittwoch
0:00–24:00
Donnerstag
0:00–24:00
Freitag
0:00–24:00
Samstag
0:00–24:00
Sonntag
0:00–24:00

Für Fußgänger und Radfahrer rund um die Uhr geöffnet, nur in der Silvesternacht von 21 bis 4 Uhr gesperrt; Lastenaufzüge Montag bis Freitag 5:30–20 Uhr, Wochenende und Feiertage 10–18 Uhr.

Tickets

Eintritt frei für Fußgänger und Radfahrer.

Adresse & Anfahrt

Bei den St. Pauli-Landungsbrücken, 20359 Hamburg

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Quellen und weiterführende Lektüre

Verifiziert10. Oktober 2026

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