Altstädte & Plätze
Altstadt Rothenburg ob der Tauber
Rothenburg ob der Tauber, Bayern
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 3–8 Std.
- Familienfreundlich
- Parkplatz
Altstädte & Plätze
Rothenburg ob der Tauber, Bayern

Audioguide
Station 5 von 12 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Dreieinviertel Liter Wein für eine ganze Stadt – oder doch nur eine Legende?”
12 Stationen 85 Min. 2,8 km
Die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber gilt als Inbegriff des mittelalterlichen Deutschlands und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Frankens. Hoch über dem Taubertal drängen sich Fachwerkhäuser, Türme und Tore innerhalb einer fast vollständig erhaltenen Stadtmauer, die du sogar begehen kannst. Rothenburg ist Höhepunkt der Romantischen Straße und zieht Besucher aus aller Welt an – wer früh morgens oder abends durch die Gassen schlendert, erlebt die Stadt fast wie vor Jahrhunderten.
Rothenburg war von 1274 bis 1803 Freie Reichsstadt und erlebte im Spätmittelalter seine Blütezeit – eng verbunden mit dem Bürgermeister Heinrich Toppler, der 1408 nach einer Intrige hingerichtet wurde. Im Dreißigjährigen Krieg geriet die Stadt 1631 zwischen die Fronten, danach verlor sie an Bedeutung. Genau das bewahrte ihr mittelalterliches Gesicht: Es fehlte schlicht das Geld für Neubauten.
Um 1631 rankt sich auch die berühmteste Geschichte der Stadt, der Meistertrunk. Altbürgermeister Georg Nusch soll einen Humpen mit rund 3¼ Litern Wein in einem Zug geleert und so die Stadt vor der Zerstörung durch Feldherr Tilly gerettet haben. Historiker halten das für eine Legende, die erst um 1770 entstand – gefeiert wird sie trotzdem, etwa an der Kunstuhr der Ratstrinkstube am Marktplatz, deren Fenster sich zu bestimmten Stunden öffnen.
Am 31. März 1945 trafen Bomben den östlichen Teil der Altstadt, rund 38 Prozent der Bausubstanz dort wurden beschädigt oder zerstört. Dass Rothenburg nicht noch stärker getroffen wurde, wird dem US-Politiker John McCloy zugeschrieben, der einen Artilleriebeschuss verhindert haben soll. Später wurde er Ehrenbürger der Stadt.
Wer mehr als nur Fotos mitnehmen möchte, findet in Rothenburg mehrere Museen. Das Mittelalterliche Kriminalmuseum zeigt Rechtsgeschichte von Schandmasken bis Folterwerkzeug, das Reichsstadtmuseum ist in einem ehemaligen Kloster untergebracht und erzählt die Geschichte der Stadt. Ganzjährig Weihnachtsstimmung herrscht im Deutschen Weihnachtsmuseum in der Herrngasse.
Ein guter Rundgang führt vom Marktplatz über die breite Herrngasse zum Burgtor und in den Burggarten, dann zurück durch die Schmiedgasse zum Plönlein und weiter zum Spitaltor am Südende der Altstadt. Von dort steigst du auf den Wehrgang und gehst auf der Mauer zurück Richtung Norden – so siehst du die Stadt aus ständig neuen Blickwinkeln.
Stand: Oktober 2026. Die Altstadt ist jederzeit frei zugänglich. Laut Stadtflyer ist der Rathausturm von April bis Oktober täglich 9.30–12.30 und 13–17 Uhr geöffnet, im November und von Januar bis März nur samstags und sonntags 12–15 Uhr, im Dezember täglich mit verlängerten Zeiten. Museen wie das Mittelalterliche Kriminalmuseum und das Reichsstadtmuseum verlangen eigenen Eintritt.
Klassiker am Abend ist der Nachtwächter-Rundgang, der am Marktplatz startet. Aktuelle Termine und Preise bekommst du bei der Tourist-Information am Marktplatz 2. Sie ist von Anfang September bis Ende Oktober montags bis freitags 9–17 Uhr und am Wochenende 10–15 Uhr geöffnet.
Tagsüber, besonders mittags, ist die Altstadt in der Hauptsaison sehr voll, weil viele Reisegruppen nur wenige Stunden bleiben. Unser Tipp: Übernachte in der Stadt, am besten innerhalb der Mauern. Dann hast du Plönlein und Stadtmauer am Morgen fast für dich, und abends, wenn die Tagesgäste abgereist sind, gehören die beleuchteten Gassen wieder den Einheimischen. Ein besonderes Erlebnis ist der Reiterlesmarkt, der Weihnachtsmarkt der Stadt, der 2026 am 20. November beginnt. Im Herbst bieten Herbstmesse und Märchenzauber zusätzliche Anlässe für einen Besuch.
Rothenburg hat einen eigenen Bahnhof, der über eine Regionalbahn mit Steinach verbunden ist; von dort geht es weiter Richtung Würzburg und Ansbach. Das Deutschlandticket gilt auf diesen Strecken. Vom Bahnhof gehst du zu Fuß in die Altstadt. Mit dem Auto erreichst du die Stadt über die A7. Die großen Parkplätze liegen außerhalb der Stadtmauer, die Altstadt selbst solltest du nicht befahren. Rothenburg liegt an der Romantischen Straße, der 1950 gegründeten ersten Ferienstraße Deutschlands – ideal, um den Besuch mit weiteren Stationen zwischen Würzburg und Füssen zu verbinden.
Mit Kindern & Barrierefreiheit: Kinder begeistern sich für Stadtmauer, Türme und die Geschichten des Nachtwächters; im Kriminalmuseum sind manche Exponate eher für ältere Kinder geeignet. Das Kopfsteinpflaster und die steilen Gassen Richtung Taubertal sind mit Rollstuhl und Kinderwagen anstrengend, der Wehrgang ist nur über Treppen erreichbar.
Der Reiterlesmarkt auf dem Marktplatz zwischen Rathaus und St.-Jakobs-Kirche läuft vom 20. November bis 23. Dezember 2026. Angegeben sind sonntags bis donnerstags 11 bis 19 Uhr, freitags und samstags 11 bis 20 Uhr; am Totensonntag bleibt der Markt geschlossen. Da die Terminliste teils abweichende Zeiten nennt, lohnt ein kurzer Blick vor dem Besuch. Mehr dazu in unserem Guide Weihnachtsmarkt Rothenburg ob der Tauber 2026.
Altstadt jederzeit frei zugänglich; Tourist-Information am Marktplatz vom 7. September bis Ende Oktober Mo–Fr 9–17 Uhr, Sa/So und Feiertage 10–15 Uhr, im November und von Januar bis Ostern Mo–Fr 9–17 Uhr, Sa 10–13 Uhr.
Eintritt frei; Rathausturm, Museen und Führungen kosten separat Eintritt.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026