Historische Orte & Gedenkstätten
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Nürnberg, Bayern
- Öffnungszeiten
- 1,5–4 Std.
- Bei Regen
Historische Orte & Gedenkstätten
Nürnberg, Bayern

Audioguide
Audioguide
Audio-Spaziergang durch Nürnberg — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 90 Min. 2,8 km
Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg – kurz Dokuzentrum – ist einer der wichtigsten Lernorte zur NS-Zeit in Deutschland. Es liegt im Nordflügel der nie vollendeten Kongresshalle, also mitten in einem Originalbau der Nationalsozialisten, und erklärt, wie die NSDAP ihre Reichsparteitage inszenierte und welche Gewalt daraus folgte. Seit Mai 2026 zeigt das Haus eine komplett neue Dauerausstellung – ein Besuch lohnt sich auch, wenn du schon einmal hier warst.
Zwischen 1933 und 1938 hielt die NSDAP in Nürnberg ihre Reichsparteitage ab. Dafür entstand im Südosten der Stadt ein riesiges Areal mit Zeppelinfeld, Großer Straße, Märzfeld und dem geplanten Deutschen Stadion. Die Kongresshalle sollte rund 50.000 Menschen fassen; der Grundstein wurde 1935 gelegt, doch der Bau blieb ein dachloser Torso. Auf dem Parteitag 1935 wurden in Nürnberg auch die berüchtigten „Nürnberger Gesetze“ verkündet. Wie groß die Pläne waren, zeigt die Große Straße: Geplant waren zwei Kilometer, gebaut wurden rund 1,5 Kilometer – 40 Meter breit und mit Granitplatten belegt, deren Raster den Marschkolonnen beim Gleichschritt helfen sollte. Die von Albert Speer entworfene Zeppelintribüne misst 360 Meter in der Länge.
Nach Jahrzehnten des Schweigens beschloss der Stadtrat 1994 die Einrichtung eines Dokumentationszentrums. Der österreichische Architekt Günther Domenig gewann 1998 den Wettbewerb mit einem kühnen Entwurf: Ein Pfahl aus Glas und Stahl durchstößt den Nordflügel diagonal und bricht die monumentale Steinarchitektur ganz bewusst auf. Eröffnet wurde das Haus am 4. November 2001. Vor der Schließung zur Neugestaltung kamen jährlich rund 300.000 Besucherinnen und Besucher.
Nach mehrjährigem Umbau ist das Dokuzentrum seit dem 22. Mai 2026 wieder vollständig geöffnet, zunächst im Probebetrieb; der feierliche Festakt ist für den 4. November 2026 angekündigt, den 25. Jahrestag der Eröffnung. Die Ausstellung spannt den Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs über die NS-Zeit und die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Das erwartet dich:
Die Texte sind auf Deutsch und Englisch. Der im Eintritt enthaltene Media-Guide bietet eine rund 90-minütige Audiotour in neun Sprachen und ist nötig, um die interaktiven Stationen zu nutzen.
Stand: Oktober 2026 laut Museen der Stadt Nürnberg:
Da der Probebetrieb im November endet, können sich Zeiten und Angebote danach ändern – ein kurzer Blick auf die Website vor dem Besuch schadet nicht.
Für die Ausstellung empfiehlt das Haus etwa zwei Stunden. Wenn du anschließend noch über das Gelände gehen willst, plane einen halben Tag ein: Zu Fuß gelangst du von der Kongresshalle am Dutzendteich entlang zur Großen Straße und zur Zeppelintribüne, dem einzigen fertiggestellten Bau des Areals; Infotafeln erklären unterwegs die Geschichte der einzelnen Orte. Die Steinstufen und Fassaden der Tribüne sind stark beschädigt; Bund, Freistaat und Stadt wollen sie für rund 85 Millionen Euro sichern. Das Gelände selbst ist frei zugänglich.
Am ruhigsten ist es meist unter der Woche am Vormittag. Im inklusiven Café Arthur bekommst du Kaffee, Kuchen und Snacks, bei gutem Wetter auch draußen.
Das Dokuzentrum liegt an der Bayernstraße 110, rund vier Kilometer südöstlich der Altstadt. Das Haus empfiehlt ausdrücklich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Die Haltestelle Doku-Zentrum (Tram 6 und 8, Busse 36, 45, 55, 65) liegt direkt vor dem Eingang; wegen Bauarbeiten fahren die Trams derzeit nicht durchgehend, es gibt Ersatzbusse. Alternativ fährst du mit der S2 oder den Trams 7 und 10 bis Dutzendteich. Behindertenparkplätze befinden sich direkt vor dem Gebäude.
Der Eingang ist ebenerdig, ein Aufzug verbindet Kasse und alle Ausstellungsebenen, rollstuhlgerechte Toiletten gibt es auf Level 0. Für blinde und sehbehinderte Menschen existiert ein taktiles Leitsystem, für Schwerhörige eine mobile Höranlage. Wegen der Inhalte empfiehlt das Dokuzentrum den Besuch ab 14 Jahren; mit jüngeren Kindern ist das Haus daher weniger geeignet.
Montag bis Freitag 9–18 Uhr, Samstag und Sonntag 10–18 Uhr (Probebetrieb bis Anfang November 2026).
Erwachsene 7,50 €, ermäßigt 2,50 € (4–18 Jahre, Studierende), Kleingruppenkarte 8 €, jeweils inklusive Media-Guide; Online-Tickets mit Zeitfenster zzgl. 10 % Gebühr.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026