Festungen
Zitadelle Mainz
Mainz, Rheinland-Pfalz
- 1–2 Std.
Festungen
Mainz, Rheinland-Pfalz
Auf dem Jakobsberg, direkt über dem Bahnhof Römisches Theater, liegt Mainz' Stadtgeschichte gestapelt auf einem Hügel: ganz unten ein römisches Ehrenmal, darüber Reste eines mittelalterlichen Klosters, rundherum barocke Bastionen und dazwischen Kasernen des 19. Jahrhunderts. Die Zitadelle Mainz ist mit rund 340 mal 320 Metern eine der wichtigsten Großfestungen in Rheinland-Pfalz. Heute sitzen hier städtische Ämter, und die Wege über die Anlage sind ein ruhiger Spaziergang mit Blick über die Stadt.
Ab 1050 stand auf dem Jakobsberg das Benediktinerkloster St. Jakob. Weil der Hügel vor der Stadtmauer eine gefährliche Lücke war, entstand 1620–1629 zunächst eine Erdschanze, die „Schweickhardtsburg“. Kurfürst Johann Philipp von Schönborn ließ ab 1655 ganz Mainz mit Bastionen umgeben, die Schanze wurde zur viereckigen Zitadelle mit Steinfronten ausgebaut. Das Tor zur Stadt trägt bis heute die Jahreszahl 1660, 1696 wurde darüber der Kommandantenbau errichtet, in den das Tor von Antonio Petrini geschickt integriert ist.
Bei der Belagerung von 1793 wurde das Kloster weitgehend zerstört. Ab 1816 war Mainz Festung des Deutschen Bundes, Preußen und Österreicher bauten Kasernen. In beiden Weltkriegen diente die Zitadelle als Kriegsgefangenenlager, im Zweiten Weltkrieg suchten Mainzer in den Gängen unter der Bastion Drusus Schutz vor Bomben. Seit 1907 steht die Anlage unter Denkmalschutz.
Im Oktober 2015 erhielt die Zitadelle die Haager Plakette, das blaue Schutzzeichen für Kulturgut im Kriegsfall. Seit 1975 findet hier jedes Jahr zu Pfingsten das Jugendkulturfestival OpenOhr statt. Auf der Zitadelle sind außerdem ein historisches Gefängnis und ein Luftschutzraum erhalten.
Die Wege über die Anlage sind öffentlich, hier arbeiten städtische Ämter. Der Verein Initiative Zitadelle bietet eine öffentliche Kompaktführung von etwa 1,5 Stunden ober- und unterirdisch an, Erwachsene zahlen 10 €, Kinder bis 14 Jahre 5 €. Eine zweistündige Langführung startet am Römischen Theater und führt durch einen unterirdischen Verbindungsgang in den Zitadellengraben. Termine findest du auf der Website des Vereins, Gruppen können eigene Führungen buchen.
Am 6. Dezember 2026 findet von 11 bis 18 Uhr der kleine, ehrenamtlich organisierte Weihnachtsmarkt „Kunst & Korinthen“ mit Design und Handwerk auf der Zitadelle statt.
Der Bahnhof Mainz Römisches Theater liegt direkt unterhalb der Zitadelle, vom Hauptbahnhof bist du mit der S-Bahn in wenigen Minuten dort. Vom Dom gehst du etwa zehn Minuten nach Süden, die letzten Meter bergauf.
Plane für einen Rundgang eine Stunde ein, mit Führung zwei. Schau dir vorher unten am Bahnhof die Reste des Römischen Theaters an, dann ergibt der Weg hinauf zum Drususstein eine kleine Zeitreise durch das römische Mainz.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Zitadelle Mainz.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.