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Highlights

  • Viereckige Festung um 1660, rund 340 mal 320 Meter
  • Drususstein: fast 20 m hohes römisches Ehrenmal für Drusus (9 v. Chr.)
  • Kommandantenbau von 1696 mit Tor von Antonio Petrini
  • Unterirdische Gänge der Bastion Drusus bei Führungen
  • Stadthistorisches Museum in Bau D
  • Kleiner Weihnachtsmarkt „Kunst & Korinthen“ am 6. Dezember 2026

Über diesen Ort

Auf dem Jakobsberg, direkt über dem Bahnhof Römisches Theater, liegt Mainz' Stadtgeschichte gestapelt auf einem Hügel: ganz unten ein römisches Ehrenmal, darüber Reste eines mittelalterlichen Klosters, rundherum barocke Bastionen und dazwischen Kasernen des 19. Jahrhunderts. Die Zitadelle Mainz ist mit rund 340 mal 320 Metern eine der wichtigsten Großfestungen in Rheinland-Pfalz. Heute sitzen hier städtische Ämter, und die Wege über die Anlage sind ein ruhiger Spaziergang mit Blick über die Stadt.

Geschichte: vom Kloster zur Bundesfestung

Ab 1050 stand auf dem Jakobsberg das Benediktinerkloster St. Jakob. Weil der Hügel vor der Stadtmauer eine gefährliche Lücke war, entstand 1620–1629 zunächst eine Erdschanze, die „Schweickhardtsburg“. Kurfürst Johann Philipp von Schönborn ließ ab 1655 ganz Mainz mit Bastionen umgeben, die Schanze wurde zur viereckigen Zitadelle mit Steinfronten ausgebaut. Das Tor zur Stadt trägt bis heute die Jahreszahl 1660, 1696 wurde darüber der Kommandantenbau errichtet, in den das Tor von Antonio Petrini geschickt integriert ist.

Bei der Belagerung von 1793 wurde das Kloster weitgehend zerstört. Ab 1816 war Mainz Festung des Deutschen Bundes, Preußen und Österreicher bauten Kasernen. In beiden Weltkriegen diente die Zitadelle als Kriegsgefangenenlager, im Zweiten Weltkrieg suchten Mainzer in den Gängen unter der Bastion Drusus Schutz vor Bomben. Seit 1907 steht die Anlage unter Denkmalschutz.

Was du sehen solltest

  • Drususstein: Der knapp 20 Meter hohe Block aus Gussmauerwerk gilt als Rest des Scheingrabs, das römische Truppen nach dem Tod des Feldherrn Drusus im Jahr 9 v. Chr. errichteten. Er ist neben der Igeler Säule das einzige seit der Antike am Originalstandort oberirdisch erhaltene römische Grabmal nördlich der Alpen.
  • Kommandantenbau: Der barocke Bau über dem stadtseitigen Tor ist das Fotomotiv der Zitadelle.
  • Bastionen und Graben: Die Bastionen tragen Namen wie Germanicus, Tacitus und Drusus. Der Graben im Süden ist als Biotop von bundesweiter Bedeutung geschützt.
  • Unterirdische Gänge: Die Luftschutzgänge unter der Bastion Drusus sind sonst nicht zugänglich und nur bei Führungen zu sehen.
  • Stadthistorisches Museum: Das private Museum in Bau D, direkt am Drususstein, erzählt die Geschichte der Stadt.
  • Ausblick: Vom Rand der Anlage siehst du über die Dächer bis zu den Türmen des Doms.

Wissenswertes

Im Oktober 2015 erhielt die Zitadelle die Haager Plakette, das blaue Schutzzeichen für Kulturgut im Kriegsfall. Seit 1975 findet hier jedes Jahr zu Pfingsten das Jugendkulturfestival OpenOhr statt. Auf der Zitadelle sind außerdem ein historisches Gefängnis und ein Luftschutzraum erhalten.

Besuch und Führungen (Stand: Oktober 2026)

Die Wege über die Anlage sind öffentlich, hier arbeiten städtische Ämter. Der Verein Initiative Zitadelle bietet eine öffentliche Kompaktführung von etwa 1,5 Stunden ober- und unterirdisch an, Erwachsene zahlen 10 €, Kinder bis 14 Jahre 5 €. Eine zweistündige Langführung startet am Römischen Theater und führt durch einen unterirdischen Verbindungsgang in den Zitadellengraben. Termine findest du auf der Website des Vereins, Gruppen können eigene Führungen buchen.

Am 6. Dezember 2026 findet von 11 bis 18 Uhr der kleine, ehrenamtlich organisierte Weihnachtsmarkt „Kunst & Korinthen“ mit Design und Handwerk auf der Zitadelle statt.

Anfahrt

Der Bahnhof Mainz Römisches Theater liegt direkt unterhalb der Zitadelle, vom Hauptbahnhof bist du mit der S-Bahn in wenigen Minuten dort. Vom Dom gehst du etwa zehn Minuten nach Süden, die letzten Meter bergauf.

Tripto-Tipp

Plane für einen Rundgang eine Stunde ein, mit Führung zwei. Schau dir vorher unten am Bahnhof die Reste des Römischen Theaters an, dann ergibt der Weg hinauf zum Drususstein eine kleine Zeitreise durch das römische Mainz.

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Verifiziert16. Oktober 2026

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