Nationalparks
Nationalpark Berchtesgaden
Berchtesgaden, Bayern
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 3–10 Std.
- Familienfreundlich
- Parkplatz
- Mit Hund
Nationalparks
Berchtesgaden, Bayern
Der Nationalpark Berchtesgaden in den Gemeinden Berchtesgaden, Schönau am Königssee und Ramsau ist der einzige Alpen-Nationalpark Deutschlands. Auf gut 208 Quadratkilometern reicht er vom smaragdgrünen Königssee bis zum Gipfel des Watzmann. Dazwischen liegen Almen, Bergwälder, das Steinerne Meer und das wilde Wimbachgries. Ob Bootsfahrt nach St. Bartholomä, Familienwanderung oder Hochtour: Der Nationalpark gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften Deutschlands und lohnt sich von Frühjahr bis Herbst.
Der Schutz der Berchtesgadener Alpen hat lange Tradition. Schon 1910 entstand ein „Pflanzenschonbezirk“ um den südlichen Königssee. Als während des Ersten Weltkriegs Pläne aufkamen, einen riesigen bayerischen Löwen als Kriegerdenkmal in die Falkensteiner Wand am Königssee zu meißeln, protestierten Naturschützer. Die Folge war 1921 das Naturschutzgebiet Königssee mit rund 200 Quadratkilometern.
Am 1. August 1978 verordnete der Freistaat Bayern schließlich den Nationalpark – auch, um Pläne für eine Seilbahn auf den Watzmann endgültig zu stoppen. Heute ist der Park Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Berchtesgadener Land. Er grenzt im Osten, Süden und Südwesten an das österreichische Bundesland Salzburg und liegt zwischen 603 Metern am Königssee und 2713 Metern auf der Watzmann-Mittelspitze.
Königssee und St. Bartholomä: Der fjordartige See ist das bekannteste Motiv der Region. Die Wallfahrtskirche St. Bartholomä mit ihren roten Zwiebeltürmen vor der gewaltigen Watzmann-Ostwand ist nur per Boot oder zu Fuß über die Berge erreichbar.
Obersee und Röthbachfall: Vom Anleger Salet erreichst du in einem kurzen Spaziergang den stillen Obersee mit der Fischunkelalm. Dahinter stürzt der Röthbachfall herab, einer der höchsten Wasserfälle Deutschlands.
Watzmann: Das zentrale Bergmassiv der Berchtesgadener Alpen ist Ziel für erfahrene Bergsteiger. Der Watzmann gilt als Wahrzeichen des Berchtesgadener Landes.
Wimbachgries: Ein Tal, das bis zu 300 Meter hoch mit Schutt gefüllt ist und sich über zehn Kilometer erstreckt – eine bizarre Steinwüste zwischen Watzmann und Hochkalter, gut erreichbar von Ramsau.
Funtensee: Der Bergsee im Steinernen Meer gilt als einer der kältesten Orte Deutschlands; im Winter werden dort regelmäßig Rekord-Tiefstwerte gemessen.
Haus der Berge: Das Nationalparkzentrum in Berchtesgaden ist der beste Einstieg. Die Ausstellung „Vertikale Wildnis“ führt auf rund 1.000 Quadratmetern vom Grund des Königssees bis zu den Gipfeln, Höhepunkt ist ein zwölfminütiger Naturfilm. Rund ums Haus zeigt der Panoramaweg die Lebensräume Wasser, Wald, Alm und Fels mit Blick auf Watzmann, Hochkalter und Jenner.
Der Nationalpark ist ganzjährig frei zugänglich. Für das Haus der Berge gilt (Stand: Oktober 2026):
Plane für das Haus gut drei Stunden ein. Bei Regenwetter in der Hauptsaison kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Die Bootsfahrt über den Königssee betreibt die Bayerische Seenschifffahrt; Fahrpläne und Preise findest du dort.
Mit dem Auto: Über die A 8 München–Salzburg, Ausfahrt Bad Reichenhall. Im Nationalpark selbst ist kein privater Autoverkehr erlaubt. An den Haupteingängen wie Königssee, Hintersee oder Wimbachbrücke gibt es gebührenpflichtige Parkplätze, an schönen Tagen sind sie früh belegt. Am Haus der Berge liegt ein gebührenpflichtiger Parkplatz gegenüber dem Eingang.
Mit Bus und Bahn: Berchtesgaden hat einen Bahnhof mit Verbindung über Freilassing. Vom Bahnhof gehst du in 15 bis 20 Minuten zum Haus der Berge, die RVO-Linien 839 und 841 halten direkt davor.
Im Nationalpark gilt: auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, keine Drohnen, kein Feuer und kein Zelten. Die Ranger kontrollieren auch früh morgens und spät abends; wer nach Betriebsschluss auf St. Bartholomä übernachten will, wird kostenpflichtig per Sonderboot zurückgebracht. Das Haus der Berge ist mit Mobilitätseinschränkungen komplett barrierefrei erlebbar, für Blinde gibt es ein Leitsystem mit Audioführung. Hunde dürfen ins Foyer und in die Gastronomie, aber nicht in die Dauerausstellung – am Parkplatz stehen Hundeboxen mit Wasser.
Beste Reisezeit: Für Bergwanderungen ist der Sommer bis in den Frühherbst die beste Zeit, höher gelegene Wege können bis weit ins Frühjahr Schnee tragen; im Herbst färben sich die Bergwälder rund um den Königssee besonders schön. Im Hochsommer und an Wochenenden ist es am See sehr voll – starte früh am Morgen, dann hast du die ersten Boote und die Wege fast für dich. Im Winter bleiben Haus der Berge und viele Talwege zugänglich, Hochtouren aber nur für Erfahrene.
Sicherheit: Hochgebirgstouren erfordern Erfahrung, Ausrüstung und einen Blick auf den Wetterbericht. Informiere dich vor dem Start über die Begehbarkeit der Wege.
Nationalpark ganzjährig frei zugänglich; Nationalparkzentrum Haus der Berge täglich 9–17 Uhr, letzter Einlass in die Ausstellung „Vertikale Wildnis“ 16 Uhr.
Nationalpark frei; Ausstellung „Vertikale Wildnis“ im Haus der Berge Erwachsene 4 €, Kinder 6–16 Jahre 2 €, Familien 10 €, Kinder bis 5 frei; Foyer, Kino und Außengelände kostenlos.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026