Museen
Landesmuseum für Vorgeschichte Halle
Halle (Saale), Sachsen-Anhalt
- 2–4 Std.
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Halle (Saale), Sachsen-Anhalt
Eine Scheibe aus Bronze mit Auflagen aus Gold, rund 3600 Jahre alt: Die Himmelsscheibe von Nebra zeigt die älteste bekannte konkrete Darstellung astronomischer Phänomene. Das Original liegt in Halle, im Landesmuseum für Vorgeschichte. Um die Scheibe herum erzählt das Museum in elf Abschnitten gut 450.000 Jahre Menschheitsgeschichte zwischen Harz und Elbe. Mit mehr als 15 Millionen Funden im Bestand gehört es zu den wichtigsten archäologischen Museen Mitteleuropas.
Die Sammlung geht auf einen Altertumsverein zurück, der 1819 in Naumburg gegründet wurde und seine Funde wenig später nach Halle brachte. Für das neue Provinzialmuseum entwarf Wilhelm Kreis einen wuchtigen Bau, der sich an der Porta Nigra in Trier orientiert. Er entstand 1911 bis 1913 als erstes Museumsgebäude für Vorgeschichte in Deutschland, eingeweiht wurde er erst am 9. Oktober 1918. Das Treppenhaus schmückte Paul Thiersch mit großen Wandbildern. Nach einer umfassenden Sanierung öffnete das Haus am 23. Mai 2008 mit neuer Dauerausstellung, seitdem ist auch die Himmelsscheibe dauerhaft zu sehen.
Raubgräber wühlten die Scheibe im Sommer 1999 auf dem Mittelberg bei Nebra mit Metallsonden aus und verkauften sie. Sie wanderte durch die Hände von Hehlern, bis die Basler Polizei sie im Februar 2002 zusammen mit Ermittlern aus Sachsen-Anhalt sicherstellte. Seitdem gehört sie samt zwei Schwertern, zwei Beilen, einem Meißel und Resten von Armspiralen aus demselben Fund zur Schatzkammer des Museums. Auf der Scheibe stehen Sonne, Mond und Sterne, dazu goldene Horizontbögen und ein Schiff, das über den Himmelsozean fährt. Seit Juni 2013 zählt sie zum UNESCO-Dokumentenerbe „Memory of the World“. Den Fundort mit Aussichtsturm und das Besucherzentrum Arche Nebra erreichst du in etwa einer Stunde Fahrt.
Tickets kannst du online vorab buchen. Mit Girocard zahlst du an der Kasse ab 5 €.
Das Museum steht in der Richard-Wagner-Straße 9, nördlich der Innenstadt von Halle. Alle Ausstellungsbereiche sind barrierefrei, der stufenlose Zugang liegt am Nebeneingang. Drei Behindertenparkplätze gibt es in der Mozartstraße auf der Rückseite des Gebäudes, Reisebusse halten direkt vor dem Museum.
Rechne mit zwei bis drei Stunden, wenn du auch die Sonderausstellung sehen willst. Gehe nicht gleich zur Himmelsscheibe, sondern folge dem Rundgang von der Steinzeit an: Dann begreifst du, wie neu Bronze und Gold vor 3600 Jahren in dieser Gegend waren. Achte am Eingang auf die Inschrift „Unserer Vorzeit“ über dem Portal. Mit dem Audioguide für 3 € bekommst du zu den wichtigsten Funden mehr Hintergrund.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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