Sonstiges
Kurfürstendamm
Berlin, Berlin
- 2–3 Std.
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Audioguide
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Audio-Spaziergang durch Berlin — 14 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
14 Stationen 95 Min. 4,2 km
Angefangen hat alles mit einem Reitweg: Um 1542 ließ Kurfürst Joachim II. einen Damm durch das sumpfige Gelände anlegen, damit er bequemer vom Berliner Stadtschloss zu seinem Jagdschloss Grunewald kam. Aus diesem „Churfürsten Damm“ wurde der Kurfürstendamm, den die Berliner nur Ku’damm nennen. Der Boulevard ist rund 3,5 Kilometer lang und führt vom Breitscheidplatz mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche nach Westen bis zum Rathenauplatz. Für viele ist er bis heute das Gesicht des alten West-Berlin.
Die Idee zum Boulevard hatte Otto von Bismarck. 1873 schrieb er erstmals von einer Prachtstraße nach französischem Vorbild, und er setzte durch, dass sie nicht 25, sondern 53 Meter breit werden sollte. Am 5. Mai 1886 fuhr die erste Dampfstraßenbahn vom Zoologischen Garten nach Halensee, dieser Tag gilt als Geburtstag des Ku’damms. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde aus der vornehmen Wohnstraße ein Zentrum für Einkaufen, Theater und Nachtleben. In den Goldenen Zwanzigern stand der Kurfürstendamm für das moderne Berlin, mit Cafés, Bars und vielen Ateliers jüdischer Fotografinnen und Fotografen.
Die NS-Zeit beendete diese Welt: 1931 und 1935 kam es hier zu antisemitischen Ausschreitungen, viele Bewohner und Geschäftsleute wurden vertrieben und ermordet. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs baute West-Berlin den Ku’damm zum „Schaufenster des Westens“ aus. Hier schoss 1968 ein Attentäter auf den Studentenführer Rudi Dutschke, und am Abend des 9. November 1989 strömten nach dem Mauerfall die Ost-Berliner zuerst auf den Ku’damm.
Wer Hausnummern sucht, wird stutzig: Die Nummern 1 bis 9 fehlen. Sie gingen 1925 verloren, als der östlichste Abschnitt in Budapester Straße umbenannt wurde, damit der Name erhalten blieb, nachdem die bisherige Budapester Straße am Brandenburger Tor nach Friedrich Ebert benannt worden war. Auch die Nummern 77 bis 89 gab es nie, an ihrer Stelle liegt der Lehniner Platz. Hildegard Knef sang „Ich hab so Heimweh nach dem Kurfürstendamm“, und die Fernsehreihe „Ku’damm 56“ spielt in einer Tanzschule am Boulevard.
Die U-Bahnhöfe Kurfürstendamm, Uhlandstraße und Adenauerplatz liegen direkt an der Straße, der Bahnhof Zoologischer Garten ist wenige Schritte vom Breitscheidplatz entfernt. Eine günstige Sightseeing-Fahrt ist die Buslinie 100 zwischen Zoo und Alexanderplatz.
Lauf den Ku’damm am besten von Osten nach Westen: Starte an der Gedächtniskirche, mach einen Abstecher in die Fasanenstraße und geh bis zum Adenauerplatz. Für den Bummel mit Kaffeepause reichen zwei bis drei Stunden.
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