tripto.de

Highlights

  • Dokumentationszentrum
  • Obelisk und Inschriftenwand
  • Jüdisches Mahnmal
  • Gedenkstein für Anne und Margot Frank
  • Haus der Stille

Über diesen Ort

Die Gedenkstätte Bergen-Belsen in Lohheide bei Celle erinnert an das Kriegsgefangenenlager, das Konzentrationslager und das spätere Displaced-Persons-Camp, die zwischen 1940 und 1950 in der Südheide bestanden. Weltweit bekannt ist der Ort, weil hier Anne Frank und ihre Schwester Margot starben. Heute verbinden ein langgestrecktes Dokumentationszentrum und das weite, stille Heidegelände mit Massengräbern und Mahnmalen Information und Gedenken – ein Besuch, der nachdenklich macht und lange in Erinnerung bleibt.

Geschichte von Bergen-Belsen

Kurz nach Kriegsbeginn richtete die Wehrmacht am Rand des Truppenübungsplatzes Bergen ein Lager für Kriegsgefangene ein. Ab 1941 kamen vor allem sowjetische Kriegsgefangene hierher, die massenhaft an Hunger und Seuchen starben. Auf dem Lagerfriedhof, rund 600 Meter vom Lagergelände entfernt, wurden zwischen 1941 und 1945 etwa 20.000 Tote bestattet.

Im April 1943 übernahm die SS einen Teil des Geländes. Zunächst war Bergen-Belsen ein sogenanntes Aufenthaltslager für jüdische Häftlinge, die gegen im Ausland internierte Deutsche ausgetauscht werden sollten; nur rund 2.560 von ihnen kamen tatsächlich frei. Ab 1944 brachte die SS kranke und nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge aus anderen Lagern hierher, ab Ende 1944 kamen Räumungstransporte aus frontnahen Lagern hinzu. Das Lager war hoffnungslos überfüllt: Allein im März 1945 starben mehr als 18.000 Menschen an Hunger und Seuchen. Von insgesamt rund 120.000 Häftlingen kamen in Bergen-Belsen mehr als 52.000 ums Leben.

Als britische Truppen das Lager am 15. April 1945 erreichten, fanden sie über 10.000 unbestattete Tote. Die Bilder der Befreiung gingen um die Welt und prägen bis heute das Bild der NS-Verbrechen. Wegen der Seuchengefahr brannten die Briten die Baracken nieder. In der benachbarten Kaserne entstand ein Lager für Displaced Persons, in dem bis 1950 Überlebende lebten, bevor viele nach Israel, in die USA oder in andere Länder auswanderten.

Was du auf dem Gelände sehen kannst

Das Dokumentationszentrum, ein fast 200 Meter langer Betonbau, wurde im Oktober 2007 eröffnet. Die Dauerausstellung erzählt die Geschichte der drei Lager getrennt voneinander, mit Dokumenten, Objekten und Ausschnitten aus Videointerviews mit Überlebenden. Das einzige Fenster am Kopf des Gebäudes öffnet den Blick auf das ehemalige Lagergelände.

Draußen erwartet dich eine weite Heidelandschaft. Weil Baracken, Zäune und Wachtürme 1945 beseitigt wurden, gibt es nur wenige bauliche Spuren. Wichtige Stationen sind:

  • die Massengräber – 14 Massengräber und 15 Einzelgräber, von niedrigen Sandsteinmauern eingefasst
  • der Obelisk und die Inschriftenwand, 1952 eingeweiht, mit Texten in vielen Sprachen
  • das jüdische Mahnmal, von Überlebenden schon im Herbst 1945 errichtet
  • der Gedenkstein für Anne und Margot Frank inmitten zahlreicher individueller Gedenksteine
  • das Haus der Stille aus dem Jahr 2000
  • freigelegte Fundamente, etwa des Desinfektionsgebäudes und der Baracken 9 und 10

Neun Reliefmodelle und 17 Informationsstelen helfen dir, die früheren Lagerbereiche im Gelände zu verorten.

Öffnungszeiten, Eintritt und Führungen

Der Eintritt ist frei. Das Dokumentationszentrum öffnet von April bis September täglich von 10 bis 18 Uhr, von Oktober bis März täglich von 10 bis 17 Uhr; das Außengelände ist jederzeit zugänglich (Stand: Oktober 2026). In den niedersächsischen Weihnachtsferien bleibt das Dokumentationszentrum geschlossen.

Im Sommerhalbjahr gibt es an Wochenenden offene Führungen auf Deutsch und Englisch, für die du dich vorher anmeldest. Gruppen buchen eine 3,5-stündige Führung für 45 Euro (ermäßigt 30 Euro), die Termine sind allerdings lange im Voraus ausgebucht. Für einen eigenständigen Besuch solltest du zweieinhalb bis vier Stunden einplanen. Im Museumscafé im Eingangsbereich gibt es Kaffee, Kuchen und kleine Gerichte.

Mit Kindern und Barrierefreiheit

Eine feste Altersgrenze nennt die Gedenkstätte nicht. Ausstellung und Gelände konfrontieren dich aber mit Fotos der Befreiung und mit Massengräbern – für jüngere Kinder ist das sehr belastend. Die Bildungsangebote sind auf Schulklassen ausgerichtet; mit Jugendlichen lohnt es sich, den Besuch vorzubereiten und danach darüber zu sprechen. Die Gedenkstätte ist ein Friedhof, entsprechend ruhig und respektvoll solltest du dich bewegen.

Die Innenbereiche des Dokumentationszentrums sind ebenerdig und haben Aufzüge, barrierefreie Toiletten sind vorhanden. An der Information kannst du gegen Pfand Rollstühle und Museumshocker ausleihen. Im Außengelände sind nicht alle Wege befestigt; das Team an der Information berät dich, welche Strecken gut befahrbar sind. Videos in der Ausstellung haben deutsche und englische Untertitel.

Anfahrt und Parken

Mit dem Auto folgst du ab den Autobahnen A7 und A352 der Beschilderung; die nächsten Ausfahrten sind Soltau-Süd (etwa 25 Minuten bis zur Gedenkstätte) und Mellendorf (etwa 35 Minuten). Die Gedenkstätte rät, den Schildern statt dem Navi zu folgen. Der Parkplatz ist kostenlos.

Ohne Auto ist die Anreise aufwendiger: Mit dem Zug fährst du bis Celle, von dort mit dem Bus 100 nach Bergen oder 900 nach Winsen (Aller) und steigst in die Linie 110 bis „Belsen, Gedenkstätte“ um. An Sonn- und Feiertagen sind die Verbindungen so dünn, dass die Gedenkstätte davon abrät.

In der Nähe

  • Der Kriegsgefangenenfriedhof ist zu Fuß in etwa 15 Minuten erreichbar.
  • Die Rampe zwischen Belsen und Bergen mit einem historischen Güterwaggon erinnert an die Ankunft der Deportierten.
  • Die Altstadt von Celle mit Schloss und Fachwerkhäusern liegt rund 25 Kilometer entfernt.
  • Die Lüneburger Heide rund um Soltau lädt zum Durchatmen nach dem Besuch ein.

Besuch planen

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten
Montag
10:00–17:00
Dienstag
10:00–17:00
Mittwoch
10:00–17:00
Donnerstag
10:00–17:00
Freitag
10:00–17:00
Samstag
10:00–17:00
Sonntag
10:00–17:00

Zeiten gültig bis 31. März 2027

Dokumentationszentrum April bis September täglich 10–18 Uhr, Oktober bis März täglich 10–17 Uhr, während der niedersächsischen Weihnachtsferien geschlossen; Außengelände täglich zugänglich.

Tickets

Eintritt frei; Gruppenführungen (3,5 Stunden) 45 € pro Gruppe bis 18 Personen, ermäßigt 30 €.

Adresse & Anfahrt

Anne-Frank-Platz, 29303 Lohheide

Route planen

Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.

Booking.com

Unterkünfte in der Nähe

Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.

Unterkünfte auf Booking.com ansehen

Besucherbewertungen

Warst du hier? Teile deine Bewertung — sie hilft anderen bei der Planung.

Quellen und weiterführende Lektüre

Geprüft: Oktober 2026

Verifiziert10. Oktober 2026

Attraktionen in der Nähe

9
Altstadt Celle

Altstädte & Plätze

Altstadt Celle

Die Altstadt Celle ist eines der geschlossensten Fachwerkensembles Deutschlands: Rund um Markt, Stechbahn und Zöllnerstraße stehen laut Stadt fast 500 Fachwerkhäuser mit bunten Fassaden, Schnitzereien und goldenen Inschriften. Dazu kommen…

19 km 120–360 Min. Eintritt frei
Serengeti-Park Hodenhagen

Zoos & Tierparks

Serengeti-Park Hodenhagen

Der Serengeti-Park in Hodenhagen ist Tierpark und Freizeitpark zugleich und gilt mit 220 Hektar als größter Safaripark Europas. Rund 2000 Tiere und über 100 Attraktionen warten zwischen Hannover und Hamburg auf dich: Du fährst mit dem eige…

20 km 300–480 Min.
Weltvogelpark Walsrode

Zoos & Tierparks

Weltvogelpark Walsrode

Pelikane, Papageien und Sekretäre statt nur Falken und Adler: Die Flugshow ist der Höhepunkt eines Tages im Weltvogelpark Walsrode, dem größten Vogelpark der Welt. Auf 24 Hektar am Nordrand von Walsrode leben rund 4000 Vögel aus etwa 650 A…

25 km 240–360 Min.
Heide Park Resort

Freizeitparks

Heide Park Resort

Das Heide Park Resort in Soltau ist der größte Freizeitpark Norddeutschlands und liegt mitten in der Lüneburger Heide, etwa auf halber Strecke zwischen Hamburg und Hannover. Auf rund 85 Hektar warten Rekord-Achterbahnen wie Colossos und Kr…

30 km 360–540 Min.
Erlebnis-Zoo Hannover

Zoos & Tierparks

Erlebnis-Zoo Hannover

Der Erlebnis-Zoo Hannover gehört zu den beliebtesten Zoos Deutschlands und ist eines der großen Ausflugsziele in Niedersachsen. Statt Käfigreihen erwarten dich hier Themenwelten: Du fährst mit dem Boot durch eine afrikanische Flusslandscha…

43 km 240–420 Min.
Herrenhäuser Gärten

Gärten & Parks

Herrenhäuser Gärten

Die Herrenhäuser Gärten in Hannover gehören zu den bedeutendsten historischen Gartenanlagen Europas. Herzstück ist der rund 50 Hektar große Große Garten, ein streng geometrischer Barockgarten mit Hecken, Skulpturen, Wasserspielen und der b…

43 km 90–240 Min.
Marktkirche Hannover

Kirchen & Klöster

Marktkirche Hannover

Wer durch Hannovers Altstadt läuft, landet fast zwangsläufig vor diesem Turm: Die Marktkirche St. Georgii et Jacobi ist die älteste der drei Altstadtkirchen und mit ihrem 97 Meter hohen Westturm eines der Wahrzeichen der Stadt. Außen schli…

45 km 30–45 Min.
Neues Rathaus Hannover

Bauwerke & Wahrzeichen

Neues Rathaus Hannover

Das Neue Rathaus in Hannover ist das bekannteste Fotomotiv der Landeshauptstadt: ein schlossartiger Prachtbau mit grüner Kuppel, der sich im Maschteich spiegelt. Drinnen erwarten dich eine Jugendstil-Halle mit vier Stadtmodellen und ein we…

45 km 45–90 Min. Eintritt frei
Maschsee

Seen

Maschsee

Der Maschsee in Hannover ist das beliebteste Naherholungsgebiet der Stadt: ein künstlich angelegter See direkt südlich der Innenstadt, umgeben von einem Uferweg, Segelbooten, Strandbad und Biergärten. Auf der rund sechs Kilometer langen Se…

46 km 60–240 Min.