Historische Orte & Gedenkstätten
Gedenkstätte Bergen-Belsen
Lohheide, Niedersachsen
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 2,5–4 Std.
- Bei Regen
- Parkplatz
Historische Orte & Gedenkstätten
Lohheide, Niedersachsen
Die Gedenkstätte Bergen-Belsen in Lohheide bei Celle erinnert an das Kriegsgefangenenlager, das Konzentrationslager und das spätere Displaced-Persons-Camp, die zwischen 1940 und 1950 in der Südheide bestanden. Weltweit bekannt ist der Ort, weil hier Anne Frank und ihre Schwester Margot starben. Heute verbinden ein langgestrecktes Dokumentationszentrum und das weite, stille Heidegelände mit Massengräbern und Mahnmalen Information und Gedenken – ein Besuch, der nachdenklich macht und lange in Erinnerung bleibt.
Kurz nach Kriegsbeginn richtete die Wehrmacht am Rand des Truppenübungsplatzes Bergen ein Lager für Kriegsgefangene ein. Ab 1941 kamen vor allem sowjetische Kriegsgefangene hierher, die massenhaft an Hunger und Seuchen starben. Auf dem Lagerfriedhof, rund 600 Meter vom Lagergelände entfernt, wurden zwischen 1941 und 1945 etwa 20.000 Tote bestattet.
Im April 1943 übernahm die SS einen Teil des Geländes. Zunächst war Bergen-Belsen ein sogenanntes Aufenthaltslager für jüdische Häftlinge, die gegen im Ausland internierte Deutsche ausgetauscht werden sollten; nur rund 2.560 von ihnen kamen tatsächlich frei. Ab 1944 brachte die SS kranke und nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge aus anderen Lagern hierher, ab Ende 1944 kamen Räumungstransporte aus frontnahen Lagern hinzu. Das Lager war hoffnungslos überfüllt: Allein im März 1945 starben mehr als 18.000 Menschen an Hunger und Seuchen. Von insgesamt rund 120.000 Häftlingen kamen in Bergen-Belsen mehr als 52.000 ums Leben.
Als britische Truppen das Lager am 15. April 1945 erreichten, fanden sie über 10.000 unbestattete Tote. Die Bilder der Befreiung gingen um die Welt und prägen bis heute das Bild der NS-Verbrechen. Wegen der Seuchengefahr brannten die Briten die Baracken nieder. In der benachbarten Kaserne entstand ein Lager für Displaced Persons, in dem bis 1950 Überlebende lebten, bevor viele nach Israel, in die USA oder in andere Länder auswanderten.
Das Dokumentationszentrum, ein fast 200 Meter langer Betonbau, wurde im Oktober 2007 eröffnet. Die Dauerausstellung erzählt die Geschichte der drei Lager getrennt voneinander, mit Dokumenten, Objekten und Ausschnitten aus Videointerviews mit Überlebenden. Das einzige Fenster am Kopf des Gebäudes öffnet den Blick auf das ehemalige Lagergelände.
Draußen erwartet dich eine weite Heidelandschaft. Weil Baracken, Zäune und Wachtürme 1945 beseitigt wurden, gibt es nur wenige bauliche Spuren. Wichtige Stationen sind:
Neun Reliefmodelle und 17 Informationsstelen helfen dir, die früheren Lagerbereiche im Gelände zu verorten.
Der Eintritt ist frei. Das Dokumentationszentrum öffnet von April bis September täglich von 10 bis 18 Uhr, von Oktober bis März täglich von 10 bis 17 Uhr; das Außengelände ist jederzeit zugänglich (Stand: Oktober 2026). In den niedersächsischen Weihnachtsferien bleibt das Dokumentationszentrum geschlossen.
Im Sommerhalbjahr gibt es an Wochenenden offene Führungen auf Deutsch und Englisch, für die du dich vorher anmeldest. Gruppen buchen eine 3,5-stündige Führung für 45 Euro (ermäßigt 30 Euro), die Termine sind allerdings lange im Voraus ausgebucht. Für einen eigenständigen Besuch solltest du zweieinhalb bis vier Stunden einplanen. Im Museumscafé im Eingangsbereich gibt es Kaffee, Kuchen und kleine Gerichte.
Eine feste Altersgrenze nennt die Gedenkstätte nicht. Ausstellung und Gelände konfrontieren dich aber mit Fotos der Befreiung und mit Massengräbern – für jüngere Kinder ist das sehr belastend. Die Bildungsangebote sind auf Schulklassen ausgerichtet; mit Jugendlichen lohnt es sich, den Besuch vorzubereiten und danach darüber zu sprechen. Die Gedenkstätte ist ein Friedhof, entsprechend ruhig und respektvoll solltest du dich bewegen.
Die Innenbereiche des Dokumentationszentrums sind ebenerdig und haben Aufzüge, barrierefreie Toiletten sind vorhanden. An der Information kannst du gegen Pfand Rollstühle und Museumshocker ausleihen. Im Außengelände sind nicht alle Wege befestigt; das Team an der Information berät dich, welche Strecken gut befahrbar sind. Videos in der Ausstellung haben deutsche und englische Untertitel.
Mit dem Auto folgst du ab den Autobahnen A7 und A352 der Beschilderung; die nächsten Ausfahrten sind Soltau-Süd (etwa 25 Minuten bis zur Gedenkstätte) und Mellendorf (etwa 35 Minuten). Die Gedenkstätte rät, den Schildern statt dem Navi zu folgen. Der Parkplatz ist kostenlos.
Ohne Auto ist die Anreise aufwendiger: Mit dem Zug fährst du bis Celle, von dort mit dem Bus 100 nach Bergen oder 900 nach Winsen (Aller) und steigst in die Linie 110 bis „Belsen, Gedenkstätte“ um. An Sonn- und Feiertagen sind die Verbindungen so dünn, dass die Gedenkstätte davon abrät.
Zeiten gültig bis 31. März 2027
Dokumentationszentrum April bis September täglich 10–18 Uhr, Oktober bis März täglich 10–17 Uhr, während der niedersächsischen Weihnachtsferien geschlossen; Außengelände täglich zugänglich.
Eintritt frei; Gruppenführungen (3,5 Stunden) 45 € pro Gruppe bis 18 Personen, ermäßigt 30 €.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026