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Highlights

  • Rundfahrt mit der elektrisch angetriebenen MS Westfalen
  • Aussichtsplattform Biggeblick über dem Staudamm
  • Infotafeln zu den versunkenen Dörfern am Seeuferweg
  • Badestellen und Strand an der Waldenburger Bucht
  • Seenroute für Radfahrer mit rund 50 Kilometern
  • Naturschutzgebiet Gilberginsel

Über diesen Ort

Der Biggesee sieht aus, als wäre er immer schon da gewesen: ein verzweigtes Gewässer zwischen bewaldeten Sauerlandhügeln, mit Segelbooten, Badebuchten und einer Insel unter Naturschutz. Tatsächlich ist er erst seit 1965 hier, und unter seiner Oberfläche liegen ganze Dörfer. Zusammen mit dem Listersee bildet er eines der größten Talsperrensysteme Deutschlands und ist heute das Freizeitrevier des südlichen Sauerlands.

Geschichte: ein See für das Ruhrgebiet

Geplant war die Talsperre schon 1938, der Krieg verhinderte den Bau. Erst ab 1956 wurde das Tal der Bigge zwischen Attendorn und Olpe aufgestaut, finanziert unter anderem über den sogenannten „Biggepfennig“, den Wasserkunden im Versorgungsgebiet pro Kubikmeter zahlten. 1965 war der Felsschüttdamm fertig. Rund 2550 Menschen mussten in neu gebaute Orte wie Neu-Listernohl, Sondern-Hanemicke und Eichhagen umziehen, ihre alten Dörfer wurden abgerissen und geflutet.

Die Aufgabe des Sees ist bis heute nüchtern: Er speichert Wasser, damit die Ruhr für die Versorgung des Ruhrgebiets gleichmäßig Wasser führt, und schützt vor Hochwasser. Von November bis Februar wird dafür ein Hochwasserschutzraum freigehalten, im Frühjahr füllt sich der See wieder. Ein Wasserkraftwerk erzeugt nebenbei rund 22 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Betreiber ist der Ruhrverband.

Zahlen zum See

  • Wasserfläche: zusammen mit dem Listersee 8,76 Quadratkilometer bei rund 20 Kilometer Länge.
  • Stauvolumen: 171,7 Millionen Kubikmeter, davon gut 150 Millionen im Biggesee.
  • Tiefe: bei Vollstau bis rund 52 Meter.
  • Gilberginsel: etwa 34 Hektar groß und Teil eines Naturschutzgebiets.

Was du unternehmen kannst

  • Schiffsrundfahrt: Von den Oster- bis zu den Herbstferien fahren Personenschiffe, Anleger gibt es an der Seepromenade in Sondern, an der Talbrücke und am Biggedamm bei Attendorn. Eine Rundfahrt dauert etwa 90 Minuten. Die MS Westfalen von 1978 mit 750 Plätzen fährt seit ihrem Umbau 2023 elektrisch.
  • Biggeblick: Die Aussichtsplattform von 2013 auf einem Sporn des Dünnekenbergs ragt als Skywalk über den Hang. Von hier siehst du Staudamm, Gilberginsel und die Ruine Waldenburg.
  • Baden: Öffentliche Badestellen liegen am Schnütgenhof bei Attendorn und am Kessenhammer in Olpe. In der Waldenburger Bucht wurde ein großer Sandstrand mit Beach-Club angelegt. Die Wasserqualität wurde 2019 als ausgezeichnet bewertet.
  • Wandern und Radfahren: Der 46 Kilometer lange Bigge-Lister-Weg führt rund um die Seen, für Radfahrer gibt es die Seenroute mit rund 50 Kilometern meist direkt am Ufer.
  • Wassersport: Segeln, Surfen, Rudern, Paddeln und Tauchen, mit zwei offiziellen Tauchplätzen.

Wissenswertes

Entlang des Seeuferwegs zeigen Tafeln, wie das Biggetal mit seinen Dörfern vor dem Bau aussah. Der „Biggepfennig“ wurde übrigens erst Ende 2009 abgeschafft.

Besuch und Anfahrt

Mit dem Auto erreichst du den See über die A45, Abfahrt Olpe. Mit der Bahn fährst du bis Olpe und von dort mit dem Bus weiter. Für einen Ausflug mit Schiffsfahrt und Spaziergang reicht ein halber Tag, mit Baden oder Radtour wird ein ganzer Tag daraus. Die Atta-Höhle in Attendorn liegt nur wenige Kilometer vom Staudamm entfernt und passt gut in dasselbe Programm.

Tripto-Tipp

Starte in Attendorn am Staudamm, steig zum Biggeblick hinauf und nimm danach das Schiff. Vom Wasser aus siehst du die Buchten und die Gilberginsel aus einer Perspektive, die du vom Ufer nicht hast.

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