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Highlights

  • Deckenfresko
  • Gnadenbild
  • Hochaltar
  • Rokoko-Orgel
  • Prälatenhaus

Über diesen Ort

Die Wieskirche bei Steingaden im bayerischen Pfaffenwinkel gilt als eines der vollkommensten Kunstwerke des Rokoko und steht seit 1983 auf der UNESCO-Welterbeliste. Mitten auf einer Wiese vor der Kulisse der Alpen wirkt die Wallfahrtskirche von außen fast schlicht – umso überwältigender ist der lichtdurchflutete Innenraum voller Gold, Stuck und Fresken. Rund eine Million Menschen besuchen die „Wies“ jedes Jahr. Der Eintritt ist frei, und ein Abstecher lohnt sich auch auf dem Weg zu den Königsschlössern.

Geschichte: das Tränenwunder auf der Wies

Die Geschichte beginnt mit einer unscheinbaren Holzfigur. Für die Karfreitagsprozession ließ das Kloster Steingaden in den 1730er-Jahren aus Teilen alter Figuren einen gegeißelten Heiland zusammensetzen. Weil sie als künstlerisch wenig gelungen galt, landete die Figur bald auf einem Dachboden. 1738 holte die Bäuerin Maria Lory sie auf ihren Hof „auf der Wies“. Am 14. Juni 1738 glaubte sie beim Abendgebet Tränen im Gesicht der Figur zu sehen – das sogenannte Tränenwunder.

Schnell entstand eine Wallfahrt. Schon zwei Jahre später kamen Tausende Pilger, eine kleine Kapelle reichte bald nicht mehr aus. Abt Hyazinth Gassner beauftragte den Landsberger Baumeister Dominikus Zimmermann mit einer Wallfahrtskirche. Gebaut wurde von 1745 bis 1754, zunächst nur der Chor – falls der Pilgerstrom abreißen sollte. Die Fresken schuf sein Bruder Johann Baptist Zimmermann. Geplant waren 30.000 Gulden, am Ende kostete der Bau rund 180.000 Gulden. Seit der Säkularisation 1803 gehört die Kirche dem Freistaat Bayern.

Dominikus Zimmermann hatte bereits von 1727 bis 1732 mit der Wallfahrtskirche Steinhausen in Oberschwaben einen echten Rokokobau geschaffen. In der Wies trieb er die Auflösung der Architektur auf die Spitze: Besonders im Ostchor scheinen Wände und Gewölbe sich in Licht, Stuck und Farbe aufzulösen. Abt Hyazinth Gassner erlebte nur noch den Baubeginn; sein Nachfolger Marian II. Mayr vollendete das Werk, geweiht wurde die Kirche am 1. September 1754.

Was du sehen solltest

  • Der Innenraum: Ein ovales Langhaus mit umlaufenden Doppelsäulen, darüber ein Deckenfresko, das den Himmel scheinbar öffnet. Die Decke des Kirchenschiffs liegt 20 Meter hoch.
  • Das Deckenfresko: Es zeigt den wiederkehrenden Christus auf dem Regenbogen, das geschlossene Tor zur Ewigkeit und den leeren Richterstuhl – Themen von Erlösung und Jüngstem Gericht.
  • Das Gnadenbild: Die Figur des gegeißelten Heilands steht im Hochaltar und ist bis heute Ziel der Wallfahrt.
  • Hochaltar und Kanzel: Farbiger Stuckmarmor, Gold und Figuren verschmelzen zu einem typischen Rokoko-Gesamtkunstwerk.
  • Die Orgel: Über dem Eingang, direkt unter dem gemalten Tor zur Ewigkeit, steht die Orgel. Das erste Werk baute Johann Georg Hörterich 1757; bei der Erneuerung 2009/10 blieben 475 der heute 2.892 Pfeifen aus dem Originalbestand erhalten.
  • Das Prälatenhaus: Im herrschaftlich wirkenden Anbau auf der Ostseite wohnten die Wallfahrtspriester. Heute befindet sich dort unter anderem das Wallfahrtsmuseum.

Öffnungszeiten und Eintritt

  • Öffnungszeiten: 1. April bis 31. Oktober täglich 8 bis 19 Uhr, 1. November bis 31. März täglich 8 bis 17 Uhr.
  • Gottesdienste: Mittwoch bis Samstag um 10 Uhr, sonntags um 8:30 und 11 Uhr. Dann ist eine Besichtigung nicht möglich, du kannst aber gern teilnehmen. Bei Konzerten schließt die Kirche bereits eine Stunde vorher.
  • Eintritt: frei.
  • Führungen: Für Gruppen ab 12 Personen Dienstag bis Samstag, Dauer etwa 45 Minuten, 6 € pro Person ab 18 Jahren. Einzelpersonen können telefonisch fragen, ob sie sich einer Gruppe anschließen dürfen.

Wer sicher sein möchte, dass die Kirche ungehindert zugänglich ist, ruft vorher im Pfarrbüro an (Montag bis Freitag 8 bis 11:30 Uhr). Stand: Oktober 2026.

Anfahrt und Parken

Die Wieskirche liegt im Ortsteil Wies der Gemeinde Steingaden im Landkreis Weilheim-Schongau, an der Romantischen Straße. Mit dem Auto ist sie am einfachsten zu erreichen. Der öffentliche Parkplatz liegt auf Privatgrund rund 200 Meter nördlich der Kirche und kostet 2 € für zwei Stunden, jede weitere angefangene Stunde 50 Cent. Direkt an der Kirche darfst du wegen der Notfallzufahrt nicht parken.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Wies laut Wallfahrtskuratie nur eingeschränkt erreichbar. Infos gibt es bei den regionalen Busauskünften und im Fahrplan der Buslinie „Romantische Straße“; im DB Navigator kannst du „Wieskirche“ direkt als Ziel eingeben. Radfahrer finden Fahrradständer an der Südseite.

Barrierefreiheit, Hunde und Tipps

Gehbehinderte Besucher können mit dem Pkw bis zum Südeingang gebracht werden, von dort ist das Innere ohne Stufen erreichbar; für die Innenrampe ist eine Hilfsperson ratsam. Zwei Behindertenparkplätze gibt es nach telefonischer Voranmeldung. In den vorderen Bänken ist eine Induktionsanlage für Hörgeräte installiert. Hunde dürfen nicht mit in die Kirche, ausgenommen Assistenzhunde.

Plane für die Besichtigung eine halbe bis eine Stunde ein. Am ruhigsten ist es früh am Morgen oder am späten Nachmittag, bevor und nachdem die Reisebusse kommen. Die Wies lässt sich gut mit einem Ausflug zum Kloster Steingaden oder zu den Königsschlössern bei Füssen verbinden.

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Öffnungszeiten

Öffnungszeiten
Montag
8:00–19:00
Dienstag
8:00–19:00
Mittwoch
8:00–19:00
Donnerstag
8:00–19:00
Freitag
8:00–19:00
Samstag
8:00–19:00
Sonntag
8:00–19:00

Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026

1. April bis 31. Oktober täglich 8–19 Uhr, 1. November bis 31. März täglich 8–17 Uhr; während Gottesdiensten (Mi–Sa 10 Uhr, So 8:30 und 11 Uhr), Führungen und Konzerten keine Besichtigung.

Tickets

Eintritt frei; Kirchenführung für Gruppen ab 12 Personen 6 € pro Person ab 18 Jahren (Anmeldung erforderlich).

Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.

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Verifiziert10. Oktober 2026

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