Kirchen & Klöster
Schottenkirche St. Jakob
Regensburg, Bayern
- 20–40 Min.
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Regensburg, Bayern

Audioguide
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Audio-Spaziergang durch Regensburg — 14 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
14 Stationen 85 Min. 2,8 km
Steinerne Tiere, Menschenfiguren und dazwischen zwölf Gestalten, die niemand im Himmel haben wollte: Das Schottenportal der Kirche St. Jakob am Westrand der Regensburger Altstadt gibt seit über 800 Jahren Rätsel auf. Es gilt als eines der bedeutendsten romanischen Kunstwerke Deutschlands, und trotzdem stehen davor oft nur eine Handvoll Menschen. Dahinter wartet eine helle, strenge Säulenbasilika, die irische und später schottische Mönche über Jahrhunderte geprägt haben.
Um 1070 kamen irische Pilgermönche um Marianus nach Regensburg und gründeten zunächst ein kleines Kloster vor der Stadtmauer. Weil immer mehr Landsleute folgten, legten sie um 1090 den Grundstein für ein großes Kloster mit Kirche. Der erste Bau war so schlecht ausgeführt, dass er bald verfiel. Unter Abt Gregor entstand die heutige Kirche, um 1180 war sie mit dem berühmten Nordportal vollendet. Die Iren wurden im Volksmund „Skoten“ genannt, daher der Name Schottenkirche. Von Regensburg aus entstanden weitere Schottenklöster, etwa in Würzburg, Erfurt, Nürnberg und Wien.
1515 übernahmen tatsächlich schottische Benediktiner das Kloster. Abt Ninian Winzet, einst Beichtvater Maria Stuarts, brachte es ab 1577 zu neuer Blüte, später gingen von hier Gelehrte wie der Mathematiker Bernard Stuart hervor. Das Kloster überstand sogar die Säkularisation von 1803, erst um 1862 wurde es aufgelöst. Seither ist St. Jakob die Kirche des Regensburger Priesterseminars. Seit 2006 gehört sie zum UNESCO-Welterbe „Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof“.
Bischof Ignatius von Senestrey, der das Priesterseminar hier einrichtete, ist als einziger Regensburger Bischof seit Dalberg nicht im Dom bestattet, sondern in der Schottenkirche zwischen Haupt- und Volksaltar. Die Kirche liegt am ostbayerischen Jakobsweg: An der Pforte des Priesterseminars bekommen Pilger einen Stempel mit einem historischen Abtsiegel von 1700.
Die Kirche ist laut Tourist-Information täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Während der Gottesdienste, unter anderem sonntags um 9 Uhr, solltest du auf eine Besichtigung verzichten. Kirchenführungen kannst du über die Tourist-Information Regensburg buchen.
Die Adresse ist Jakobstraße 3, nahe dem Bismarckplatz am Westrand der Altstadt. Vom Dom gehst du etwa zehn Minuten, vom Hauptbahnhof rund 15 Minuten.
Plane 20 bis 40 Minuten ein und nimm dir Zeit für das Portal: Die Details erschließen sich erst beim zweiten Hinsehen, geh die Figurenreihen am besten von unten nach oben durch. Danach lohnt der Weg durch die Altstadt zum Schloss Thurn und Taxis, wo im Advent der Romantische Weihnachtsmarkt stattfindet.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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