Kirchen & Klöster
Nikolaikirche Leipzig
Leipzig, Sachsen
- Öffnungszeiten
- 30–90 Min.
- Bei Regen
Kirchen & Klöster
Leipzig, Sachsen

Audioguide
Station 3 von 12 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Sieben Menschen beim ersten Gebet – und eine Palme, die aus der Kirche ging.”
12 Stationen 85 Min. 3 km
Die Nikolaikirche in Leipzig ist die größte Kirche der Innenstadt und einer der wichtigsten Orte der deutschen Zeitgeschichte: Von hier gingen im Herbst 1989 die Montagsdemonstrationen aus, die das Ende der DDR einläuteten. Gleichzeitig überrascht der Bau mit einem der schönsten klassizistischen Innenräume Deutschlands, in dem sich weiß-rosa Säulen oben in grünen Palmwedeln auflösen. Wer Leipzig besucht, sollte sich diese Kirche nicht entgehen lassen – als Geschichtsort, als Kunstwerk und als lebendige Gemeindekirche.
Die Geschichte der Nikolaikirche beginnt um 1165, als Leipzig Stadt- und Marktrecht erhielt und die Bürger eine Kirche für den Schutzpatron der Kaufleute, den heiligen Nikolaus, bauten. Aus der romanischen Basilika wurde bis 1525 eine spätgotische Hallenkirche. Der Barock fügte den Mittelturm mit Türmerwohnung, Haube und Laterne hinzu; der Turm erreicht heute rund 75 Meter.
Musikgeschichte wurde hier ebenfalls geschrieben. Johann Sebastian Bach wurde am 30. Mai 1723 in der Nikolaikirche in sein Amt als Leipziger Musikdirektor eingeführt, und am Karfreitag 1724 erklang hier erstmals seine Johannes-Passion. An Bach erinnert eine Stele am Eingang.
Weltbekannt wurde die Kirche aber durch die Friedensgebete. Seit 1982 trafen sich hier jeden Montag um 17 Uhr Menschen, die über Frieden, Umwelt und Freiheit sprechen wollten – unter dem Dach der Kirche, das der Staat nicht vollständig kontrollieren konnte. Im Herbst 1989 strömten nach den Gebeten immer mehr Menschen auf die Straße. Am 9. Oktober 1989 zogen nach Friedensgebeten in mehreren Innenstadtkirchen mehr als 70.000 Menschen friedlich über den Leipziger Ring. Die Sicherheitskräfte griffen nicht ein – ein Wendepunkt, der den Weg zum Mauerfall am 9. November ebnete. Das Friedensgebet gibt es bis heute: montags um 17 Uhr, außer in der Sommerpause.
Für einen Rundgang durch die Kirche reichen 30 bis 45 Minuten. Planst du eine Führung oder den Turm ein, rechne mit gut anderthalb Stunden. Ehrenamtliche bieten kostenlose öffentliche Führungen am Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils um 17 Uhr an; Spenden sind willkommen. Bei Bauarbeiten oder Veranstaltungen können Termine ausfallen.
Ein Erlebnis für Neugierige ist die Turmexkursion: Sie findet in der Regel samstags um 14 Uhr statt, kostet 5 € und ist auf 15 Personen begrenzt. Treffpunkt ist der Büchertisch in der Kirche. Melde dich vorher an.
Ein besonderer Tipp ist der Besuch eines Friedensgebets am Montag oder eines Orgelkonzerts. Rund um den 9. Oktober feiert Leipzig jedes Jahr das Lichtfest zur Erinnerung an die große Demonstration von 1989.
Stand: Oktober 2026:
Während Gottesdiensten, Andachten, Konzerten und anderen Veranstaltungen ist keine Besichtigung möglich – achte auf Aushänge vor Ort. Einen Eintrittspreis für die Besichtigung nennt die Gemeinde auf ihrer Website nicht. Für Gruppen gibt es Sonderführungen auf Anfrage beim Pfarramt, auch auf Englisch, Finnisch und Schwedisch; sie kosten in der Regel 100 €. Im Nikolaitreff nebenan kannst du dienstags bis freitags am Nachmittag einen Kaffee trinken.
Die Kirche liegt mitten in der Fußgängerzone am Nikolaikirchhof. Vom Leipziger Hauptbahnhof erreichst du sie zu Fuß in etwa zehn Minuten über die Nikolaistraße. Noch näher liegt die S-Bahn-Station Markt im City-Tunnel. Mit dem Auto parkst du am besten in einem der Innenstadt-Parkhäuser am Ring, denn die Altstadt ist weitgehend autofrei. Zur Barrierefreiheit des Gebäudes macht die Gemeinde online keine Angaben; frag bei Bedarf vorab im Pfarramt nach.
Die Nikolaikirche ist der ideale Startpunkt für einen Altstadtrundgang. In wenigen Gehminuten erreichst du den Markt mit dem Alten Rathaus und dem Stadtgeschichtlichen Museum, die Mädlerpassage mit Auerbachs Keller, in dem Goethe seinen Faust einkehren lässt, sowie die Thomaskirche mit Bachs Grab und dem Bach-Museum gegenüber. Das Museum der bildenden Künste liegt nur ein paar Straßen nördlich. Wer tiefer in die DDR-Geschichte einsteigen will, geht ins nahe Zeitgeschichtliche Forum oder in die Gedenkstätte „Runde Ecke“ in der ehemaligen Stasi-Zentrale am Dittrichring.
Montag bis Freitag 11–18 Uhr, Samstag 11–16 Uhr, Sonntag 11:30–14:30 Uhr; während Gottesdiensten, Andachten, Konzerten und Veranstaltungen keine Besichtigung.
Kein Eintrittspreis auf der offiziellen Website genannt; öffentliche Führungen Di, Do, Fr 17 Uhr kostenlos (Spende erbeten), Turmexkursion 5 €.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026