Bauwerke & Wahrzeichen
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth
Bayreuth, Bayern
- 60–90 Min.
Bauwerke & Wahrzeichen
Bayreuth, Bayern
Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth ist eines der ganz wenigen Theater des Barock, die bis heute nahezu im Originalzustand erhalten sind. Den Zuschauerraum aus bemaltem und vergoldetem Holz gestalteten Giuseppe und Carlo Galli Bibiena, die gefragtesten Theaterarchitekten ihrer Zeit, für Markgräfin Wilhelmine. Seit 2012 gehört das Haus zum UNESCO-Welterbe, und nach einer langen Restaurierung kannst du den Logensaal wieder in voller Pracht erleben.
Markgräfin Wilhelmine, eine Schwester Friedrichs des Großen, regierte ab 1735 zusammen mit Markgraf Friedrich das Fürstentum Bayreuth. Sie komponierte, schrieb Libretti und leitete rund 20 Jahre lang die Hofoper. Das alte Komödienhaus reichte ihr nicht, deshalb entstand von 1744 bis 1750 ein Neubau: Die Fassade plante Joseph Saint-Pierre, das Innere die Bibiena. Eröffnet wurde das Opernhaus Ende September 1748 zur Hochzeit ihrer Tochter Elisabeth Friederike Sophie mit Herzog Carl Eugen von Württemberg, gespielt wurden Opern von Johann Adolph Hasse.
Die Kosten trugen am Ende die Untertanen, das Fürstentum geriet in eine Schuldenkrise. Nach Wilhelmines Tod 1758 und dem des Markgrafen 1763 wurde kaum noch gespielt. Historiker sehen gerade darin den Grund, warum der Holzbau nicht wie viele andere Theater dieser Zeit abbrannte: Es wurden einfach seltener Kerzen angezündet.
Die für damalige Verhältnisse riesige Bühne mit 180 m² Spielfläche lockte Richard Wagner 1871 nach Bayreuth. Den Zuschauerraum fand er für seine Werke ungeeignet und baute deshalb sein eigenes Festspielhaus. Zur Grundsteinlegung dirigierte Wagner am 22. Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus Beethovens 9. Sinfonie. In Bayreuth sagt man bis heute einfach „Opernhaus“ zum markgräflichen Bau und „Festspielhaus“ zu Wagners Theater.
Ab September 2012 war das Haus geschlossen. Ein Wasserschaden im November 2014 verlängerte die Arbeiten, die Kosten stiegen auf rund 29,3 Millionen Euro. Am 12. April 2018 wurde das Opernhaus mit „Artaserse“ wiedereröffnet, derselben Oper, die schon 1748 zur Einweihung lief. Heute hat der Saal 512 Plätze.
Wegen Proben kann das Haus kurzfristig schließen. Eine kostenlose Museums-App gibt es auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Tschechisch, bring eigene Kopfhörer mit.
Das Opernhaus liegt in der Opernstraße mitten in der Innenstadt. Vom Hauptbahnhof gehst du etwa 10 Minuten oder nimmst den Bus 302 bis „Luitpoldplatz“. Plane für Logenhaus und Museum etwa 1 bis 1,5 Stunden ein. Das Neue Schloss mit dem Hofgarten liegt wenige Schritte entfernt, die Eremitage am östlichen Stadtrand. Wenn du die Akustik erleben willst, schau in den Veranstaltungskalender: Konzerte und das Festival Bayreuther Barock finden im historischen Saal statt.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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