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Highlights

  • Neues Schloss mit Sonnentempel und vergoldeter Apollo-Quadriga
  • Obere und Untere Grotte mit Wasserspielen
  • Altes Schloss mit Wilhelmines Chinesischem Spiegelkabinett
  • Ruinentheater, in dem die Markgräfin selbst spielte
  • Park ganzjährig frei zugänglich

Über diesen Ort

Die Eremitage am östlichen Stadtrand von Bayreuth ist ein rund 52 Hektar großer Park mit Schlössern, Grotten und Wasserspielen. Ihre Glanzzeit erlebte sie unter Markgräfin Wilhelmine, die hier einen der eigenwilligsten Gärten des Rokoko schuf: Statt strenger Symmetrie findest du verstreute Pavillons, künstliche Ruinen und versteckte Winkel. Der vergoldete Sonnentempel zwischen den geschwungenen Arkaden des Neuen Schlosses ist eines der bekanntesten Bilder Frankens.

Geschichte: Hofleben als Einsiedler

Ab 1715 ließ Markgraf Georg Wilhelm auf einem alten Jagdgelände bei St. Johannis ein Sommerschlösschen bauen, das heutige Alte Schloss. Der Hof spielte hier Einsiedlerleben: Man trug braune Eremitenkutten, aß mit Holzlöffeln aus einfachem Geschirr und verbrachte den Tag allein in verstreuten Häuschen. Erst wenn der Markgraf mit einer Glocke das Zeichen gab, traf man sich zur Geselligkeit. Daher der Name Eremitage.

1735 schenkte Markgraf Friedrich die Anlage seiner Frau Wilhelmine zum Geburtstag. Sie erweiterte das Alte Schloss um zwei Flügel mit einem japanischen Kabinett, einem Musikzimmer und dem Chinesischen Spiegelkabinett, in dem sie ihre Memoiren schrieb. Im Park ließ sie Hecken von insgesamt rund 6 km Länge pflanzen und schuf damit kleine Rückzugsorte unter freiem Himmel. Ab 1737 entstand die Untere Grotte, dazu das Ruinentheater, eine als Ruine gestaltete Freilichtbühne. Hier stand Wilhelmine 1743 selbst auf der Bühne, als Roxane in Racines „Bajazet“, an der Seite von Voltaire.

Was du sehen solltest

  • Neues Schloss und Sonnentempel: Von 1749 bis 1753 entstanden zwei gebogene Arkadenflügel, zuerst als Orangerie gebaut, dazwischen ein Rundbau. Auf seiner Kuppel lenkt Apollo als Sonnengott eine vergoldete Quadriga.
  • Obere Grotte: das große Wasserbecken vor dem Neuen Schloss mit Figurengruppen und zahlreichen Fontänen.
  • Untere Grotte: eine weitere Wasseranlage mit Fontänen, ganz in der Nähe der steinernen Eremitage des Markgrafen.
  • Altes Schloss: mit der Inneren Grotte, deren versteckte Düsen einst ahnungslose Hofdamen nass spritzten, und Wilhelmines Wohnräumen.
  • Ruinentheater und Parnass: Spuren der höfischen Feste, eingebettet in den Landschaftspark.

Öffnungszeiten und Preise (Stand: Oktober 2026)

  • Park: immer zugänglich.
  • Wasserspiele: Mai bis Mitte Oktober stündlich, am Großen Bassin am Neuen Schloss 10–17 Uhr, an der Unteren Grotte 10:15–17:15 Uhr. Bei anhaltender Trockenheit laufen sie seltener, prüfe die aktuellen Zeiten.
  • Altes Schloss: nur mit Führung auf Deutsch, alle 45 Minuten, Dauer etwa 45 Minuten. April bis September 9–18 Uhr, 1. bis 18. Oktober 10–17 Uhr, montags geschlossen außer an einigen Feiertagen. Vom 19. Oktober bis März bleibt es geschlossen.
  • Eintritt Altes Schloss: 6 €, ermäßigt 5 €. Die Gesamtkarte „Die Welt der Wilhelmine“ für 21 € schließt auch Opernhaus, Neues Schloss und Sanspareil ein.

Anfahrt und Zeitplanung

Vom Zentralen Omnibusbahnhof fährt der Bus 302 bis zur Haltestelle „Eremitage“, vom Hauptbahnhof der Bus 303 bis „Ochsenhut“. Mit dem Auto parkst du direkt am Parkeingang. Für einen Rundgang mit Wasserspielen und Altem Schloss brauchst du 2 bis 3 Stunden. Im Winter ist der Park ruhig und frei zugänglich, die Gebäude sind dann aber geschlossen. Das Markgräfliche Opernhaus in der Innenstadt passt gut auf denselben Tag.

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