Kirchen & Klöster
Kloster Himmerod
Bernkastel-Kues, Rheinland-Pfalz
- 1–3 Std.
Kirchen & Klöster
Bernkastel-Kues, Rheinland-Pfalz
Mitten im Wald, im abgelegenen Tal der Salm zwischen Wittlich und der Vulkaneifel, steht plötzlich eine hohe barocke Kirchenfassade zwischen den Bäumen. Kloster Himmerod wurde 1134 von Bernhard von Clairvaux gegründet, dem bekanntesten Zisterzienser überhaupt, und war seine erste Gründung auf deutschem Boden. Mönche leben hier seit 2017 nicht mehr, doch die Abteikirche, die berühmte Klais-Orgel, Klostergaststätte und Fischerei machen Himmerod weiter zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Südeifel.
Der Trierer Erzbischof Albero bat Bernhard von Clairvaux um ein Zisterzienserkloster für sein Bistum. 1134 schickte Bernhard Mönche unter Abt Randulf, die sich zuerst an der Kyll niederließen. Bei einem Besuch 1135 entschied Bernhard, das Kloster ins Salmtal zu verlegen. Himmerod war das erste deutsche Kloster, das er selbst gründete. 1178 wurde die romanische Kirche geweiht, und das Kloster wurde reich: 1224 legte Clairvaux fest, dass hier höchstens 60 Mönche und 200 Laienbrüder leben durften.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden neue Klostergebäude, von 1739 bis 1751 baute Christian Kretzschmar die barocke Kirche, nach Zisterzienserart ohne Türme, nur mit Dachreiter. 1802 hob die französische Verwaltung das Kloster auf. Ein Hüttenbesitzer ersteigerte es und ließ das Kupferdach der Kirche abbauen, die Gebäude dienten danach als Steinbruch. Nur der Westgiebel blieb stehen, ein beliebtes Motiv des Eifelmalers Fritz von Wille. Erst 1922 kamen wieder Zisterzienser, die Kirche wurde von 1952 an nach dem barocken Vorbild wieder aufgebaut und am 15. Oktober 1960 geweiht.
Vom 5. bis 9. Oktober 1950 trafen sich im Kloster ehemalige Wehrmachtsoffiziere im Auftrag der Regierung Adenauer. Ihr Ergebnis, die Himmeroder Denkschrift, gilt als Grundstein der Bundeswehr. Wegen dieser Bedeutung legten 2008 rund 550 Rekruten hier ihr feierliches Gelöbnis ab.
Nach der Auflösung des Konvents im Oktober 2017 ging das Kloster an das Bistum Trier. Ein Trägerverein betreibt die Klosterbetriebe weiter: Klostergaststätte, Fischerei, Klosterladen und Gärtnerei sind geöffnet, im Winter mit eingeschränkten Zeiten. Das Klostercafé am Torhaus öffnet derzeit nur am Wochenende. In der Abteikirche finden weiterhin Gottesdienste statt. Führungen durch Kirche und Anlage vermittelt der Rektor der Abteikirche, Führungen rund um die Orgel der Organist. Die Kontakte stehen auf der Website des Klosters. Wie es langfristig mit den Gebäuden weitergeht, wird derzeit geplant.
Himmerod gehört zur Gemeinde Großlittgen im Landkreis Bernkastel-Wittlich und liegt zwischen Großlittgen und Eisenschmitt an der L 34. Mit dem Auto fährst du am besten über Wittlich oder aus Richtung Manderscheid ins Salmtal. Wer länger bleiben möchte: Die Klosterherberge nimmt ganzjährig Einzelgäste sowie Seminar- und Tagungsgruppen auf.
Komm an einem Sommersonntag zum Orgelkonzert und plane danach Zeit für die Klostergaststätte ein. Für Kirche, Anlage und Mühle reicht eine Stunde, mit Einkehr und Spaziergang an der Salm ein halber Tag. In der Nähe liegen die Manderscheider Burgen und die Maare der Vulkaneifel.
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