Bauwerke & Wahrzeichen
Amphitheater Trier
Trier, Rheinland-Pfalz
- 45–90 Min.
Bauwerke & Wahrzeichen
Trier, Rheinland-Pfalz
Wo heute Gras über die Ränge wächst, jubelten im römischen Trier bis zu 18.000 Menschen. Das Amphitheater Trier am Fuß des Petrisbergs entstand in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. und war Schauplatz von Gladiatorenkämpfen, Tierhetzen und Hinrichtungen. Das Besondere sind nicht nur die Ränge: Unter der Arena kannst du in den Keller steigen, aus dem einst Tiere und Kämpfer per Aufzug ins Rund gehoben wurden. Seit 1986 gehört die Arena zum UNESCO-Welterbe „Römische Denkmale, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier“.
Für das Amphitheater von Augusta Treverorum, dem römischen Trier, wählten die Baumeister den Hang des Petrisbergs: So musste nur die eine Hälfte der Zuschauerränge aufgeschüttet werden, die andere lehnt sich an den Berg. Ungewöhnlich war die Doppelfunktion. Das Amphitheater war in die Stadtmauer eingebunden und diente als östliches Stadttor.
In der Arena gaben lokale Würdenträger, kaiserliche Beamte und in der Spätantike auch anwesende Kaiser der Bevölkerung „Brot und Spiele“. Hier wurden auch Versammlungen abgehalten und wichtige Ankündigungen verlesen. Genutzt wurde die Anlage bis zum Ende des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert. Im Mittelalter diente sie, wie viele römische Bauten in Trier, als Steinbruch, an den Hängen wurde später Wein angebaut.
Bis ins 19. Jahrhundert nannten die Trierer die Ruine schlicht „Kaskeller“, und so stand sie auch auf den Stadtplänen. Der Name geht vermutlich auf die Nutzung der unterirdischen Räume als Lagerkeller zurück. Erst mit den Ausgrabungen im 19. Jahrhundert verschwand die Bezeichnung. Bis 2012 war die Arena jeden August Bühne des Festivals „Brot & Spiele“, heute finden nur noch vereinzelt Konzerte und andere Veranstaltungen statt.
Für Arena, Ränge und Keller reichen 45 Minuten bis eine Stunde. Lebendiger wird es bei der Erlebnisführung, in der ein Schauspieler als Gladiator Valerius von seinem Leben erzählt und dich durch Keller und Kanäle unter der Arena führt. Das Amphitheater liegt etwa einen Kilometer östlich der Innenstadt, gleich hinter den Kaiserthermen; beide lassen sich gut zu Fuß verbinden.
Eingang und Arena sind stufenlos zugänglich, der Keller und die Ränge nur über Stufen. Der Boden besteht aus Splitt, Kopfsteinpflaster und Sand.
Der Eintritt ist in der Antikencard enthalten, die mehrere Römerbauten in Trier kombiniert, etwa die Porta Nigra und die Kaiserthermen. Für die Gladiatorenführung gibt es eigene Termine, die du vorab online prüfen solltest.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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