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Highlights

  • Nach Angaben der Stadt größte Buntsandsteinhöhlen Europas
  • Zwölf Stockwerke auf 140 mal 60 m, ganzjährig 10 °C
  • Thronsaal mit gemaserter Decke in Gelb und Rot
  • Rippelmarken eines urzeitlichen Gewässers an der Höhlendecke
  • Geheimer Regierungsbunker aus den 1950er-Jahren

Über diesen Ort

Gelb, ocker, rostrot: In den Schlossberghöhlen in Homburg ziehen sich farbige Bänder über Wände und Decken, als hätte jemand Marmorpapier in den Berg geklebt. Die Gänge und Hallen hat aber kein Wasser geformt, sondern der Mensch. Über Jahrhunderte gruben Bergleute hier Sand ab und hinterließen ein Labyrinth aus zwölf Stockwerken auf einer Fläche von rund 140 mal 60 m. Nach Angaben der Stadt Homburg sind es die größten Buntsandsteinhöhlen Europas.

Geschichte: Sand, Festung und Bunker

Buntsandstein verkarstet nicht, natürliche Höhlen dieser Größe können darin nicht entstehen. Vermutlich gruben schon im frühen Mittelalter Menschen Fluchtgänge für die Hohenburg, die oben auf dem Schlossberg stand. Später wurde der weiche, quarzreiche Sand selbst zum Rohstoff: zuerst für die Glasherstellung, dann als Scheuersand und als Formsand für die Eisenindustrie. 1671 ist erstmals ein Bergwerk erwähnt.

Als König Ludwig XIV. Homburg durch seinen Festungsbaumeister Vauban zur Festung ausbauen ließ, dienten die Höhlen als Magazin. 1708 beschrieb ein französischer Pionieroffizier beschädigte Gänge und verdorbene Vorräte an Munition und Lebensmitteln. 1872 wurden die Höhlen auf behördliche Anordnung zugeschüttet, nach einer Vermessung 1893 endete der Sandabbau. Erst 1932 entdeckte man sie wieder, im Zweiten Weltkrieg suchten Homburger hier Schutz vor Luftangriffen.

Anfang der 1950er-Jahre ließ die saarländische Regierung unter Johannes Hoffmann in den unteren neun Stockwerken heimlich einen Bunker anlegen. Zur Tarnung entstand gleichzeitig darüber das heutige Schlossberghotel. Mit Hoffmanns Rücktritt 1955 wurde auch der Bunkerausbau eingestellt.

Was du sehen solltest

  • Thronsaal: Die größte Halle der Höhlen mit kreisrunden Maserungen in Gelb und Rot an der Decke. Hier lösten sich 2003 große Mengen Sand, danach wurde die Höhle für Jahre geschlossen.
  • Rippelmarken: Wellenförmige Strukturen an der Decke zeigen, dass der Sand vor über 200 Millionen Jahren in der Trias von Wind und Wasser abgelagert wurde.
  • Abbauspuren: An vielen Wänden erkennst du noch, wo Bergleute den Sand herausgekratzt haben.
  • Stahlgerüste: Die einsturzgefährdeten Bereiche sind mit Stützkonstruktionen gesichert, die zur Sanierung ab 2003 gehören.
  • Bunkerbereich: Die Räume aus den 1950er-Jahren schließen an die Sandsteinhallen an und sind beim geführten Rundgang zu sehen.

Gut zu wissen

Die Farbe des Gesteins kommt vom Eisen: Rote Partien enthalten mehr davon, der gelbliche Sandstein besteht zu rund 95 Prozent aus Quarz. Seit der Sanierung gelten die Höhlen als Besucherbergwerk und unterliegen dem Bergrecht. 2007 wurde zunächst das zehnte Stockwerk wieder geöffnet, später auch die Stockwerke 11 und 12. Durch einen 30 m tiefen Schacht sind die Höhlen außerdem mit einem Stollen der Karlsberg-Brauerei verbunden.

Besuch und Zeitplanung

In den Höhlen herrschen das ganze Jahr über 10 °C bei 80 bis 90 Prozent Luftfeuchtigkeit, nimm also auch im Sommer eine Jacke mit. Für den Rundgang solltest du etwa eine Stunde einplanen. Informationen gibt es auf Deutsch, Englisch und Französisch. Gruppen ab zehn Personen melden sich vorher an und können eine Führung buchen.

Tickets und Öffnungszeiten (Stand: Oktober 2026)

  • April bis Oktober: 9–17 Uhr, Einlass bis 16 Uhr
  • November bis März: 10–16 Uhr, Einlass bis 15 Uhr
  • Geschlossen: Dezember und Januar
  • Eintritt: Erwachsene 7 €, ermäßigt 5 €, Familien 17 €
  • Kombiticket mit dem Römermuseum Schwarzenacker: Erwachsene 10 €, ermäßigt 7 €, Familien 25 €

Bezahlt wird nur bar, Kartenzahlung ist nicht möglich.

Anfahrt

Der Eingang liegt an der Schlossberg-Höhen-Straße am Schlossberg über der Homburger Innenstadt. Über dem Bunkerteil steht das Schlossberghotel, das einst die Bauarbeiten tarnen sollte. Das Römermuseum Schwarzenacker liegt nur wenige Kilometer entfernt und passt mit dem Kombiticket gut in denselben Tag.

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