Seen
Hintersee und Zauberwald
Berchtesgaden, Bayern
- 2–3 Std.
Seen
Berchtesgaden, Bayern
Kleine Felsinseln mit einzelnen Fichten, glasklares grünes Wasser und dahinter die Wände des Hochkalters: Der Hintersee in Ramsau gehört zu den meistfotografierten Seen der Bayerischen Alpen. Gleich daneben liegt der Zauberwald, ein Wald aus riesigen, moosbewachsenen Felsblöcken, durch die die Ramsauer Ache schäumt. Beide verdanken ihre Entstehung demselben Ereignis, einem gewaltigen Bergsturz vor rund 3500 Jahren. Zusammen sind sie eines der schönsten Ausflugsziele im Berchtesgadener Land, jederzeit frei zugänglich und mit einem einfachen Spaziergang zu erleben.
Zwischen Schärtenspitze und Steinberg im Hochkaltermassiv lösten sich vor mehreren tausend Jahren rund 12 bis 16 Millionen Kubikmeter Gestein und stürzten mehr als 1000 Meter ins Blaueistal. Die Blöcke brandeten am Gegenhang empor, ein großer Teil rutschte weiter talwärts und blieb am Talausgang als bis zu 40 Meter mächtige Schuttmasse liegen. Sie staute den Klausbach auf, so entstand der Hintersee. Auf den Blöcken wuchs über die Jahrtausende der Wald, den man heute Zauberwald nennt. Datierungen deuten auf ein Alter von rund 3500 Jahren hin, also die Bronzezeit.
Um 1900 leitete man den Klausbach um den See herum, damit sein Geröll den Hintersee nicht weiter auffüllt. Trotzdem hat der See heute nur noch etwa ein Drittel seiner ursprünglichen Fläche, rund 16 Hektar bei bis zu 18 Metern Tiefe. Im Sommer wird das Wasser nur rund 16 Grad warm.
Eine historische Fußnote: Im Forsthaus am Hintersee machte König Ludwig III. 1918 seine letzte Station in Bayern, bevor er ins Salzburger Anif ging.
Der Rundweg um den Hintersee ist rund 2,7 Kilometer lang, fast eben und in etwa einer Stunde zu schaffen. Die Zauberwald-Runde misst rund 2 Kilometer, der Naturlehrpfad Zauberwald 3,3 Kilometer. Schön ist es, vom Ortskern Ramsau aus durch den Zauberwald zum See zu wandern und auf dem Ramsauer Malerweg zurückzugehen. Der Weg durch den Zauberwald wird im Winter geräumt, und wenn der See zufriert, nutzen ihn Eisläufer und Eisstockschützen.
Die Adresse für das Navi lautet Hinterseer Straße 104, 83486 Ramsau. Rund um den See gibt es mehrere Parkplätze: Seeklause an der Hinterseer Straße, Westufer gegenüber dem Alpenhof, Hirschbichlstraße 26 und Holzlagerplatz Blaueis. Mit dem Bus fährst du mit der Linie 846 von Berchtesgaden über Ramsau zum Hintersee, innerhalb der Ramsau gibt es zusätzlich das WatzMobil.
Komm früh am Morgen: Wenn feiner Nebel über dem Wasser liegt und der See noch ganz still ist, spiegelt sich der Hochkalter perfekt. Plane zwei bis drei Stunden für Zauberwald, Seerunde und eine Einkehr ein. Vom Hintersee aus führt außerdem das Klausbachtal Richtung Hirschbichl zu den Almen, zu Fuß oder mit dem Almerlebnisbus.
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