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Highlights

  • Frühkeltischer Fürstensitz aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. auf einem Sporn über der Donau
  • Über 80 Meter lange Lehmziegelmauer, nach antikem Vorbild rekonstruiert
  • Nachgebautes Herrenhaus, Wohnhaus, Speicher und Werkstatt
  • Fundamente eines monumentalen Stadttors, nördlich der Alpen einzigartig
  • Blick über das Donautal bis zum Bussen und bei Fernsicht zu den Alpen
  • Achtkilometer-Rundweg zu Grabhügeln und Keltenmuseum in Hundersingen

Über diesen Ort

Weiße Mauern aus Lehmziegeln, darüber ein hölzerner Wehrgang, dahinter strohgedeckte Fachwerkhäuser: Was auf der Heuneburg über der oberen Donau steht, sieht eher nach Mittelmeer aus als nach Oberschwaben. Genau das macht den Ort so besonders. Im 6. Jahrhundert v. Chr. lag hier ein frühkeltischer Fürstensitz mit einer Stadtmauer nach mediterranem Vorbild. Die Heuneburg gilt als eine der bekanntesten keltischen Fundstellen Mitteleuropas und wird oft als älteste Stadt nördlich der Alpen bezeichnet. Manche Forscher sehen in ihr das „Pyrene“, das der griechische Geschichtsschreiber Herodot erwähnt, daher der heutige Name „Heuneburg – Stadt Pyrene“.

Geschichte: Kelten mit Lehmziegeln

Besiedelt war der Bergsporn schon in der mittleren Bronzezeit. Seine große Zeit erlebte er in der frühen Keltenzeit: Die Kernanlage war etwa 300 Meter lang und bis zu 150 Meter breit, davor lagen eine befestigte Vorburg und eine Außensiedlung von rund 100 Hektar. Die Mauer bestand aus luftgetrockneten Lehmziegeln auf einem Sockel aus Kalksteinquadern, eine Bauweise, die nördlich der Alpen sonst unbekannt war. Vermutlich wurde sie regelmäßig gekalkt, damit der Regen sie nicht auflöste, deshalb zeigen Modelle die Stadt mit weißen Mauern.

Seit 1950 wird hier gegraben, die Arbeiten gehören zu den wegweisenden der deutschen Archäologie. Zwischen 2005 und 2008 legten Archäologen die Steinfundamente eines monumentalen Stadttors frei. 2010 wurde in der Nähe das Grab einer keltischen Fürstin entdeckt und als 100 Tonnen schwerer Erdblock geborgen; die Holzfunde datieren es auf 583 v. Chr. Nach neueren Lidar-Auswertungen ist erst rund ein Drittel der Anlage ausgegraben. Seit 2020 kümmern sich die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg um das Freilichtmuseum.

Was du sehen solltest

  • Lehmziegelmauer und Tor: Die über 80 Meter lange Mauer mit Wehrgang ist an ihrem originalen Platz rekonstruiert. Über eine Treppe steigst du hinauf und blickst durch die Fensteröffnungen ins Land.
  • Herrenhaus und Gebäude: Ein großes strohgedecktes Herrenhaus, Wohnhaus, Speicher und Werkstatt zeigen, wie die Menschen hier gelebt haben könnten.
  • Die Aussicht: Vom drei Hektar großen Plateau schaust du über das Donautal zum Bussen, bei klarem Wetter bis zu den Alpen.
  • Rundwanderweg: Ein archäologischer Lehrpfad von acht Kilometern führt unter anderem zum Hohmichele, einem der größten erhaltenen Grabhügel Mitteleuropas.
  • Keltenmuseum Heuneburg: In der alten Zehntscheuer von 1783 in Hundersingen zeigt das Fundmuseum Originalfunde aus den Grabungen und Fürstengräbern, 2026 mit zwei Sonderausstellungen bis 1. November.

Öffnungszeiten und Preise (Stand: Oktober 2026)

Die Heuneburg ist vom 1. April bis 1. November dienstags bis sonntags und an Feiertagen 10–17 Uhr geöffnet, letzter Einlass 16:30 Uhr. Vom 2. November bis 31. März ist geschlossen. Der Eintritt inklusive Standardführung kostet 8 €, ermäßigt 4 €, Familien zahlen 20 €. Standardführungen gibt es sonntags um 12 und 14 Uhr, Themenführungen kosten 10 €. Die Jahreskarte kostet 25 €. Die kostenlose App „Monument BW“ bietet eine Erlebnistour für den eigenen Rundgang. 2026 zeigt eine Sonderausstellung die Geschichte des Bierbrauens seit der Keltenzeit.

Anfahrt und Parken

Die Adresse lautet Heuneburg 1–2, 88518 Herbertingen-Hundersingen, etwa 14 Kilometer östlich von Sigmaringen. Mit der Bahn fährst du bis Herbertingen, von dort fährt der Rufbus 419 zur Heuneburg. Mit dem Rad folgst du vom Bahnhof Herbertingen oder Mengen dem Donauradweg, eigene Plaketten weisen den Weg. Bis 18. Dezember 2026 gibt es wegen einer Baustelle bei Herbertingen eine ausgeschilderte Umleitung.

Tripto-Tipp

Komm an einem Sonntag zur Führung um 12 oder 14 Uhr, die im Eintritt enthalten ist, und plane danach Zeit für den Rundweg oder das Keltenmuseum im Ort ein. Für die Freilichtanlage reichen ein bis zwei Stunden, mit Museum und Wanderung ein halber Tag. Das Keltenmuseum ist übrigens in der früheren Zehntscheuer des Klosters Heiligkreuztal untergebracht, und das Kloster selbst lohnt als nächster Halt in der Umgebung.

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