Historische Orte & Gedenkstätten
Fuggerei
Augsburg, Bayern
- Öffnungszeiten
- 60–90 Min.
- Familienfreundlich
- Bei Regen
- Mit Hund
Historische Orte & Gedenkstätten
Augsburg, Bayern
Die Fuggerei in Augsburg gilt als älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Bayerisch-Schwabens. Jakob Fugger „der Reiche“ stiftete sie 1521 für bedürftige Augsburger Bürger – und bis heute wohnen hier rund 150 Menschen zu einer Jahresmiete, die symbolischer kaum sein könnte. Wer durch die ockerfarbenen Gassen mit den grünen Fensterläden schlendert, erlebt eine Stadt in der Stadt, mit eigener Kirche, eigenen Toren und einer Geschichte, die fünf Jahrhunderte umspannt.
Jakob Fugger, einer der reichsten Kaufleute seiner Zeit, ließ die Siedlung ab 1516 vom Baumeister Thomas Krebs errichten. Den Stiftungsbrief unterzeichnete er am 23. August 1521. Ursprünglich entstanden 52 Häuser an sechs Gassen. Bei den Luftangriffen vom 25./26. Februar 1944 wurden etwa zwei Drittel der Fuggerei zerstört; schon 1945 begann der Wiederaufbau, und bis 1973 wuchs die Siedlung auf ihre heutige Größe.
Heute umfasst die Fuggerei 67 Häuser mit 140 Wohnungen, acht Gassen und drei Tore. Verwaltet wird sie bis heute von der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration – ein seltenes Beispiel für eine Stiftung, die seit über 500 Jahren ihren ursprünglichen Zweck erfüllt.
Die Jahreskaltmiete beträgt 0,88 Euro – der Gegenwert eines Rheinischen Guldens, wie er 1521 festgelegt wurde. Nebenkosten zahlen die Bewohner gesondert. Wer einziehen will, muss aus Augsburg stammen, katholisch und bedürftig sein. Dazu kommt eine besondere Verpflichtung: Täglich sollen die Bewohner ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für den Stifter und die Familie Fugger beten.
Eine Anekdote, die viele überrascht: In der Fuggerei lebte von 1681 bis 1694 der Baumeister Franz Mozart, der Urgroßvater von Wolfgang Amadeus Mozart.
Stand: Oktober 2026 (laut Fugger’sche Stiftungen):
Im Eintritt sind die Museen, der Bunker und die historische Wohnung enthalten. Tickets bekommst du am Eingang (Kartenzahlung möglich) oder online. Eine öffentliche Führung gibt es laut Website jeden Samstag um 15 Uhr.
Für einen entspannten Rundgang mit allen Museen planst du etwa 1 bis 1,5 Stunden ein. Denk daran: Die Fuggerei ist kein Freilichtmuseum, sondern ein Wohnort. Die Bewohner, viele davon Senioren, bitten um Ruhe und um Respekt vor ihrer Privatsphäre – also nicht in Fenster fotografieren und keine Gärten betreten. Hunde sind erlaubt, müssen aber an der Leine bleiben.
Abends wird das Tor zwischen 22 und 5 Uhr geschlossen. Für Bewohner, die später heimkehren, gilt eine historische Regel: Am Ochsentor zahlen sie dem Nachtwächter vor Mitternacht 0,50 €, danach 1 €.
Für Familien ist die Fuggerei ein dankbares Ziel: Kinder bis sieben Jahre sind frei, die Familienkarte deckt zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder ab, und die Wege sind kurz. Spannend für Schulkinder sind vor allem der Bunker und der Vergleich zwischen alter und moderner Wohnung. Erzähl ihnen vorher die Geschichte von der Miete für unter einen Euro – das macht neugierig.
Ganz barrierefrei ist das denkmalgeschützte Ensemble nicht, die meisten Wege sind aber gepflastert. Die Museen erreichst du über Rampen, mit Ausnahme des Bunkermuseums. In der historischen Wohnung gibt es Türschwellen. An der Kasse kannst du kostenlos einen Rollstuhl ausleihen, barrierefreie Toiletten sind ausgeschildert, und das Restaurant am Eingang ist ebenerdig. Für Gehörlose gibt es Führungen in Deutscher Gebärdensprache, für blinde Gäste ein Tastmodell.
Der Haupteingang liegt an der Jakoberstraße 26 direkt neben dem Restaurant „Die Tafeldecker“. Vom Königsplatz fährst du mit der Straßenbahnlinie 1 bis zur Haltestelle Fuggerei; vom Rathausplatz gehst du nur wenige Minuten zu Fuß. Parkplätze gibt es in der Umgebung kaum, die Stiftung empfiehlt die Parkhäuser in der Innenstadt oder an der City-Galerie. Aus München erreichst du Augsburg mit dem Zug schnell und unkompliziert, auch mit dem Deutschlandticket im Regionalverkehr.
Zeiten gültig bis 31. März 2027
April bis September täglich 9–20 Uhr, Oktober bis März täglich 9–18 Uhr; an Heiligabend geschlossen.
Erwachsene 8 €, ermäßigt 7 €, Kinder 8–17 Jahre 4 €, bis 7 Jahre frei, Familienkarte 18 €; inklusive Museen, Bunker und historischer Wohnung.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Fuggerei.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.
Geprüft: Oktober 2026