Altstädte & Plätze
Altstadt Monschau
Monschau, Nordrhein-Westfalen
- 2–5 Std.
Altstädte & Plätze
Monschau, Nordrhein-Westfalen
In Monschau drängen sich schiefergraue Dächer und schwarz-weißes Fachwerk so dicht in das enge Tal der Rur, dass für Straßen kaum Platz bleibt. Über der Altstadt thronen eine Burg und die Ruine eines zweiten Wehrturms, unten rauscht der Fluss direkt an den Hauswänden vorbei. Mit über 330 denkmalgeschützten Bauten gehört der kleine Ort in der Eifel zu den am besten erhaltenen Altstädten im Westen Deutschlands.
Erwähnt wird der Ort erstmals 1198 als „Mons Ioci“. Die Herzöge von Limburg bauten um diese Zeit die Burg über der Mündung des Laufenbachs in die Rur, urkundlich belegt ist sie 1217. 1352 bekam der Ort Stadtrecht, ab 1433 gehörte er zum Herzogtum Jülich.
Reich wurde Monschau mit Tuch. Im Dreißigjährigen Krieg zogen protestantische Tuchmacher zu, im 18. Jahrhundert brachte die Familie Scheibler die Produktion zur Blüte und baute sich mitten in die Altstadt einen Palast. Bis 1918 hieß die Stadt übrigens Montjoie. Am 9. August 1918 ließ Kaiser Wilhelm II. den französisch klingenden Namen per Erlass in Monschau ändern, als einzige dieser Kriegsumbenennungen hat sie bis heute Bestand. Im September 1944 nahmen US-Truppen die Stadt schnell ein, deshalb blieb sie im Gegensatz zu vielen Orten der Umgebung weitgehend unzerstört.
1971 verhüllten Christo und Jeanne-Claude den Haller und Teile der Burg, eine ihrer ersten großen Verhüllungen unter freiem Himmel. Das Haus Troistorff von 1783 wurde lange dem Aachener Baumeister Couven zugeschrieben, was heute als unwahrscheinlich gilt. Und in der Senfmühle am Laufenbach, ursprünglich für die Textilverarbeitung gebaut, stellt die Familie Breuer seit 1952 Senf her.
Die Altstadt ist frei zugänglich, Autos parken auf den Plätzen rund um den Stadtkern, von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Mit dem Bus erreichst du die Haltestelle „Monschau Altstadt“, die Linien kommen unter anderem aus Aachen, Simmerath und Eupen. Für einen Rundgang mit Rotem Haus und Aufstieg zum Haller plane zwei bis drei Stunden ein, mit Burg und Café eher einen halben Tag.
Viele Gassen sind steil und mit Kopfsteinpflaster belegt, für Kinderwagen und Rollstühle ist das anstrengend. Für das Rote Haus prüfst du die aktuellen Öffnungszeiten am besten vor dem Besuch.
Komm an einem Werktag oder früh am Morgen. An sonnigen Wochenenden und im Advent ist die Altstadt sehr voll, und gerade das Spiegelbild der Fachwerkhäuser in der Rur wirkt ohne Menschenmengen am schönsten.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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