Burgen
Schloss Glücksburg
Glücksburg, Schleswig-Holstein
- 1,5–2,5 Std.
Burgen
Glücksburg, Schleswig-Holstein
Wie ein weißer Würfel scheint Schloss Glücksburg direkt aus dem Wasser zu wachsen. Das Renaissanceschloss an der Flensburger Förde steht auf einem 2,5 Meter hohen Granitsockel mitten in einem Teich, der einst ein ganzes Kloster verschluckt hat. Hier liegt der Stammsitz des Hauses Glücksburg, dessen Nachkommen bis heute auf dem dänischen und dem norwegischen Thron sitzen. Das nördlichste Schloss Deutschlands ist Museum, Konzertort und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Schleswig-Holsteins.
An der Stelle des Schlosses gründeten Zisterzienser um 1210 das Rüdekloster. Nach der Reformation fiel das Land an Herzog Johann den Jüngeren, einen Bruder des dänischen Königs. Am 21. Dezember 1582 schloss er mit dem Baumeister Nikolaus Karies den Vertrag für einen Neubau. Karies ließ das Kloster abreißen, verwendete die Steine für das Schloss und staute das Gelände zum Schlossteich auf. Für den Bau stellte der Herzog 6000 lübische Mark bereit, damals der Gegenwert von rund 1200 Rindern. 1587 war das Schloss fertig.
Ab 1622 war Glücksburg Sitz einer eigenen herzoglichen Linie. Später residierte hier zeitweise der dänische König Friedrich VII., der 1863 im Schloss starb. Sein Nachfolger Christian IX. aus der Glücksburger Linie verheiratete seine Kinder an europäische Höfe und galt bald als „Schwiegervater Europas“. Ein Sohn wurde als Georg I. König von Griechenland, ein Enkel als Haakon VII. König von Norwegen. Im Mai 1945 wurde Albert Speer im Schloss verhaftet. Seit 1922 gehört Glücksburg einer Stiftung, die es für die Öffentlichkeit geöffnet hat.
Öffentliche Führungen (rund 60 Minuten, 15,50 € inklusive Eintritt, ohne Anmeldung): im April sonntags 14:30 Uhr, im Mai, Juni, September und Oktober samstags und sonntags 14 Uhr, im Juli und August mittwochs, samstags und sonntags 14 Uhr, im November sonntags 14:30 Uhr. Im Herbst und Winter gibt es außerdem Nachtführungen im Kerzenschein.
Das schönste Foto gelingt von der Seeseite des Teichs, wenn sich die weißen Giebel im Wasser spiegeln. Plane für Schloss und Rundgang um den Teich etwa zwei Stunden ein. Neben dem Schlossgarten liegt das Rosarium mit über 500 historischen Rosen; es wird privat betrieben und kostet extra Eintritt. Von Flensburg sind es nur etwa zehn Kilometer, gut kombinierbar mit einem Strandbesuch an der Förde.
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