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Highlights

  • Neun Treppengiebelhäuser aus der Gründungszeit am Markt
  • Grachten Mittelburggraben und Fürstenburggraben
  • Große Brücke am Markt, der „Malerwinkel“
  • Hausmarken, die älteste von 1622
  • Alte Münze mit Mennonitenkirche und Stadtmuseum
  • Grachtenfahrten und Kanutouren

Über diesen Ort

Treppengiebel aus kleinen Backsteinen, Grachten mit Ruderbooten, Brücken über stillem Wasser: Wer durch Friedrichstadt bummelt, könnte meinen, er sei irgendwo in Nordholland. Tatsächlich liegt die Kleinstadt zwischen Eider und Treene in Nordfriesland. Gegründet wurde sie 1621 als Handelsstadt für niederländische Glaubensflüchtlinge, und genau dieses Erbe macht sie heute zu einem der ungewöhnlichsten Stadtbilder in Schleswig-Holstein.

Geschichte: eine Stadt der Toleranz

Der Gottorfer Herzog Friedrich III. träumte von einer Handelsmetropole an der Westküste. Er holte niederländische Bürger ins Land, vor allem die in ihrer Heimat verfolgten Remonstranten, und garantierte ihnen Religionsfreiheit. Bald folgten Mennoniten, Lutheraner, Katholiken, Juden und Quäker. Friedrichstadt galt als „Stadt der Toleranz“, fünf Religionsgemeinschaften sind bis heute aktiv. Aus der Metropole wurde zwar nichts, doch die Siedler bauten wie zu Hause. Aus den Niederlanden kamen Moppen, kleine holländische Backsteine, fertige Sandsteingiebel und sogar Kacheln und Bretter.

Schwer getroffen wurde die Stadt im Schleswig-Holsteinischen Krieg. Vom 29. September bis 4. Oktober 1850 beschossen schleswig-holsteinische Truppen die von Dänen besetzte Stadt, 285 Häuser wurden zerstört, darunter Rathaus und Remonstrantenkirche. Die neuen Häuser fügten sich in das alte Stadtbild ein. Eine große Sanierung in den 1970er- und 1980er-Jahren rettete viele Gebäude vor dem Verfall.

Was du sehen solltest

  • Markt: An der Westseite stehen noch neun Treppengiebelhäuser aus der Gründungszeit, das größte geschlossene Ensemble dieser Epoche. Das „Edamerhaus“ trägt Engelsköpfe aus Sandstein, die Apotheke nebenan ist das einzige Haus mit Freitreppe.
  • Grachten: Der Mittelburggraben trennt die Vorderstadt mit quadratischen von der Hinterstadt mit rechteckigen Grundstücken, im Süden verläuft der Fürstenburggraben. Die Stadt ist wie ein Schachbrett angelegt.
  • Große Brücke: Die Granitbrücke am Markt entstand vermutlich 1773 und ist mit Blick auf die Giebel das beliebteste Fotomotiv, der sogenannte Malerwinkel. Insgesamt zählt Friedrichstadt 18 Brücken.
  • Hausmarken: Über vielen Türen sitzen bunte Reliefs, die auf frühere Bewohner verweisen. Die älteste zeigt eine Taube mit Ölzweig und stammt von 1622.
  • Prinzenstraße: Hier stehen das Paludanushaus von 1637 mit Rokokotür und das Doppelgiebelhaus von 1624.
  • Alte Münze: Das Museum für Friedrichstädter Geschichte erlaubt einen Blick in den mennonitischen Betsaal nebenan. Im Tischlereimuseum Jacob Hansen steht eine Werkstatt im Zustand der Zwischenkriegszeit.

Unterwegs auf dem Wasser

Die Grachten erlebst du am besten vom Boot aus. Mehrere Anbieter fahren mit Grachtenschiffen durch die Stadt, außerdem kannst du Kanus, Kajaks, Stand-up-Paddleboards und E-Boote leihen. Im Sommer lockt eine Badestelle an der Treene mit Rutsche und Badeinsel.

Praktische Infos

  • Stadtführungen: öffentlich von April bis Oktober, Termine bei der Touristinformation.
  • Parken: Die Parkplätze P1 bis P3 grenzen direkt an die Altstadt.
  • Bahn: Der Haltepunkt Friedrichstadt liegt an der Marschbahn, der Regionalexpress zwischen Hamburg-Altona und Westerland hält stündlich.
  • Zeit: Für Bummel, Grachtenfahrt und Museum reichen drei bis vier Stunden.

Tripto-Tipp

Stell dich für das klassische Foto auf die Große Brücke oder ans Ufer gegenüber vom Markt, am besten am Vormittag. Achte beim Spaziergang auf die Hausmarken, viele Besitzer bringen bis heute neue an. Friedrichstadt lässt sich gut mit einem Ausflug nach Husum oder an die Nordsee bei St. Peter-Ording verbinden.

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