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Highlights

  • 203 m erhaltener Abschnitt des 17,3 km langen Regierungsbunkers
  • 25 Tonnen schwere Stahl-Beton-Tore und Dekontaminationsräume
  • Original eingerichtete Schlaf-, Büro- und Sanitätsräume
  • Teuerstes Bauwerk der alten Bundesrepublik, gebaut 1960 bis 1972
  • Führungen von 90 Minuten, Europäisches Kulturerbe

Über diesen Ort

Im Ernstfall hätten hier Bundeskanzler, Bundespräsident und rund 3000 Menschen 30 Tage lang hinter verschlossenen Stahltoren ausgeharrt, während draußen ein Atomkrieg tobte. Der Regierungsbunker im Ahrtal war eines der bestgehüteten Geheimnisse der alten Bundesrepublik: 17,3 km Stollen unter den Weinbergen zwischen Ahrweiler und Dernau. Fast alles wurde nach dem Kalten Krieg entkernt. Ein 203 m langes Stück blieb erhalten und ist heute die Dokumentationsstätte Regierungsbunker.

Geschichte: vom Eisenbahntunnel zum Ausweichsitz

Die Grundlage bildeten zwei Tunnel einer strategischen Bahnstrecke, die vor dem Ersten Weltkrieg gebaut, aber nie in Betrieb genommen wurde. In den 1930er-Jahren züchtete man darin Champignons, im Zweiten Weltkrieg nutzten Rüstungsbetriebe die Röhren, Zwangsarbeiter aus einem Außenlager des KZ Buchenwald mussten hier unter anderem Fahrzeuge für V2-Raketen bauen.

Von 1960 bis 1972 baute der Bund die Tunnel unter größter Geheimhaltung zum „Ausweichsitz der Verfassungsorgane“ aus. Tarnnamen waren etwa „Rosengarten“ oder „Dienststelle Marienthal“. Am Ende umfasste die Anlage 936 Schlaf- und 897 Büroräume, rund 3300 Stahltüren, eigene Brunnen, Stromaggregate, Küchen, ein Lazarett und sogar einen Friseursalon. Die Kosten werden auf rund drei Milliarden DM geschätzt, genaue Zahlen sind bis heute nicht bekannt.

Genutzt wurde der Bunker bei NATO-Übungen: erstmals 1966, zuletzt im März 1989, wenige Monate vor dem Fall der Mauer. Dabei probten bis zu 30 Tage lang ein Notparlament und ein „Übungskanzler“ das Regieren unter Tage. 1997 beschloss die Bundesregierung die Aufgabe, bis 2006 wurde die Anlage geräumt. Seit 2008 ist das erhaltene Stück ein Museum, 2009 erhielt der Regierungsbunker das Europäische Kulturerbe-Siegel.

Was du sehen solltest

  • MAN-Tore: Zwei rollbare Tore aus Stahl und Beton, je rund 25 Tonnen schwer, konnten den Bunker hermetisch abschließen.
  • Schleusen und Dekontamination: Umgehungsschleusen und Räume, in denen Ankommende von radioaktivem Staub gereinigt worden wären.
  • Arbeitsebene: Eine Reihe von Räumen, ergänzt um Originalstücke aus der Bunkerausstattung und Fotos, zeigt den nüchternen Alltag unter Tage.
  • Schlafräume: Im Obergeschoss die spartanischen Mehrbettzimmer; nur Kanzler und Bundespräsident hätten Einzelzimmer gehabt.
  • Sanitätsbauwerk: Ein Teil des unterirdischen Lazaretts ist authentisch eingerichtet.
  • Blick ins Leere: Am Ende des Museumsbereichs schaust du in die völlig entkernte Bunkerröhre, die weiter in den Berg führt.

Wissenswertes

Viele Dokumente in der Ausstellung stammen aus den Akten der DDR-Staatssicherheit, denn die westdeutschen Unterlagen sind großteils noch immer geheim. 2008 wurde bekannt, dass der Bunker nur einer Bombe von etwa 20 Kilotonnen standgehalten hätte, vergleichbar mit Hiroshima. Gutachten rechneten schon 1962 mit weit stärkeren Waffen, gebaut wurde trotzdem weiter.

Besuch und Führungen (Stand: Oktober 2026)

Den Bunker besichtigst du nur bei einer Führung von etwa 90 Minuten. Für die regulären Einzelführungen musst du vorab ein Ticket im Onlineshop buchen.

  • April bis Oktober: mittwochs, samstags, sonntags und an Feiertagen 10–16 Uhr
  • März und November: samstags und sonntags um 11, 13 und 15 Uhr
  • Dezember bis Februar: samstags und sonntags um 12 und 14 Uhr
  • Eintritt mit Führung: Erwachsene 15 €, Jugendliche von 13 bis 16 Jahren 8 €, Kinder von 8 bis 12 Jahren 6 €; ermäßigt 14 € (Rentner, Menschen mit Behinderung) oder 10 € (Schüler, Studierende)

Gruppen können ganzjährig außer montags buchen, Führungen gibt es dann auch auf Englisch, Französisch, Niederländisch und in weiteren Sprachen. Für Familien gibt es Sonderführungen mit einem Koffer voller Originalobjekte.

Anfahrt und Parken

Die Adresse lautet Am Silberberg 0 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, das Museum liegt im Wald oberhalb der Römervilla. Am Museum gibt es 65 Parkplätze; park nicht am Straßenrand der Zufahrt, dort werden Fahrzeuge abgeschleppt. Mit der Bahn fährst du bis „Ahrweiler Markt“ oder „Walporzheim“, von dort sind es jeweils rund 1,5 km zu Fuß. Ein Besuch lässt sich gut mit der Altstadt von Ahrweiler und einer Weinwanderung im Ahrtal verbinden.

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Verifiziert14. Oktober 2026

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