Kirchen & Klöster
St. Marien zu Lübeck
Lübeck, Schleswig-Holstein
- Öffnungszeiten
- 45–150 Min.
- Bei Regen
Kirchen & Klöster
Lübeck, Schleswig-Holstein

Audioguide
Station 7 von 14 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Glocken, die liegen bleiben, wo sie fielen.”
14 Stationen 90 Min. 3,1 km
Die Marienkirche in Lübeck, offiziell St. Marien zu Lübeck, ist die Hauptkirche der Lübecker Bürger und das Vorbild für rund 70 Kirchen rund um die Ostsee. Ihr Mittelschiff besitzt das höchste Backsteingewölbe der Welt, ihre beiden Türme prägen die Silhouette der Altstadtinsel, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Wer Lübeck besucht, sollte die „Mutterkirche der Backsteingotik“ unbedingt einplanen – auch wegen der zerschmetterten Glocken von 1942, die bis heute als Mahnmal am Boden liegen.
St. Marien steht am höchsten Punkt der Altstadtinsel, direkt neben dem Rathaus. Hier wollten Lübecks Ratsherren und Kaufleute zeigen, was die Königin der Hanse vermochte. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts entstand anstelle einer romanischen Vorgängerkirche eine gotische Basilika nach dem Vorbild französischer Kathedralen – nur eben aus Backstein statt Naturstein. 1351 waren die Türme fertig. Das Ergebnis wurde zum Modell für zahlreiche Kirchen im Ostseeraum.
In der Nacht zum Palmsonntag, dem 28./29. März 1942, traf ein britischer Luftangriff die Lübecker Altstadt. St. Marien brannte aus, Dächer, Turmhelme und Teile der Gewölbe stürzten ein. Verloren gingen unter anderem die berühmte Totentanzorgel, der Lübecker Totentanz-Bilderfries und fast alle mittelalterlichen Glasfenster. Nach dem Krieg wurde die Kirche wieder aufgebaut. Dabei kam es zu einem der bekanntesten Kunstfälschungsskandale der Bundesrepublik: Der Maler Lothar Malskat „restaurierte“ angeblich mittelalterliche Wandbilder, die er in Wahrheit selbst erfunden hatte.
Musikgeschichte schrieb St. Marien durch Dieterich Buxtehude, der hier jahrzehntelang Organist war. Sein Ruf war so groß, dass der junge Johann Sebastian Bach 1705 nach Lübeck kam, um ihn zu hören.
Bis zum 1. November 2026 ist die Kirche Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ab dem 2. November 2026 bleibt St. Marien wegen Sanierungsarbeiten voraussichtlich bis Mai 2027 geschlossen. Gottesdienste finden in dieser Zeit in der Briefkapelle statt, am Haupteingang informiert eine kleine Ausstellung über die Arbeiten.
Für die Besichtigung wird ein Erhaltungsbeitrag, der „MarienTaler“, erhoben: 5 €, ermäßigt 3 €, Kinder und Jugendliche sowie Kirchenmitglieder zahlen nichts. Wer nur beten oder eine Kerze anzünden möchte, ist frei. Du kannst online oder vor Ort bar und mit Karte zahlen (Stand: Oktober 2026).
Das Highlight für Schwindelfreie ist die Turm- und Gewölbeführung: Über enge Treppen geht es durch die Türme und über das Gewölbe, mit Blick über die Altstadt. Die klassische Tour startet mittwochs und samstags um 15 Uhr und dauert etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, daneben gibt es Abend- und Kurzführungen. Erwachsene zahlen ab 17 €, Kinder ab 8,75 €; Teilnehmen dürfen Kinder ab 6 Jahren. Die Führungen laufen auch während der Schließung weiter – Tickets sind meist rund sechs Wochen im Voraus online erhältlich, also früh buchen.
Vom Lübecker Hauptbahnhof gehst du 10 bis 15 Minuten zu Fuß über die Puppenbrücke und am Holstentor vorbei in die Altstadt. Zahlreiche Buslinien halten an Kohlmarkt, Sandstraße oder Wahmstraße, von dort sind es etwa fünf Minuten. Direkt an der Kirche gibt es keine Parkplätze; nutze das Parkhaus St. Marien Zentrum oder den Parkplatz Laststadie an der Musik- und Kongresshalle. Fahrradständer stehen rund um die Kirche.
Das Kirchenschiff ist bis auf den Hochchor stufenlos zugänglich, für die ersten zehn Bankreihen gibt es eine Induktionsschleife. Türme und Gewölbe sind nicht barrierefrei. Hunde dürfen nicht hinein, Assistenzhunde nach Absprache. Toiletten gibt es nicht in der Kirche, aber eine öffentliche Toilette gegenüber dem Marienwerkhaus. Für die Kirche selbst reichen 45 bis 60 Minuten.
Zeiten gültig bis 1. November 2026
Vom 4. Oktober bis 1. November 2026 Montag bis Samstag 10–17 Uhr, Sonntag 11–17 Uhr; vom 2. November 2026 bis voraussichtlich Mai 2027 ist die Kirche wegen Sanierung geschlossen (Turm- und Gewölbeführungen finden weiter statt); regulär sonst Januar bis März 10–16 Uhr (sonntags ab 12 Uhr), April bis 3. Oktober 10–18 Uhr (sonntags ab 11 Uhr).
Erhaltungsbeitrag (MarienTaler) Erwachsene 5 €, ermäßigt 3 €, Kinder, Jugendliche und Kirchenmitglieder frei; Turm- und Gewölbeführungen ab 17 €, Kinder ab 8,75 €, online buchbar.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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