Historische Orte & Gedenkstätten
KZ-Gedenkstätte Dachau
Dachau, Bayern
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 3–5 Std.
- Bei Regen
- Parkplatz
Historische Orte & Gedenkstätten
Dachau, Bayern
Die KZ-Gedenkstätte Dachau nordwestlich von München erinnert an das erste dauerhaft betriebene Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Von 1933 bis 1945 waren hier mehr als 160.000 Menschen inhaftiert, rund 41.500 starben. Das Lager diente als Vorbild für viele weitere KZs und als Ausbildungsort für SS-Wachmannschaften. Heute besuchen jedes Jahr Hunderttausende Menschen die Gedenkstätte – der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Nur wenige Wochen nach dem Reichstagsbrand ließ Heinrich Himmler das Lager am 22. März 1933 einrichten, zunächst für politische Gegner. Nach der Entmachtung der SA 1934 übernahm die SS die Kontrolle und baute Dachau aus; 1937 entstand ein neuer, größerer Häftlingsbereich. Nach den Novemberpogromen 1938 wurden zunehmend Juden eingewiesen, nach Kriegsbeginn Menschen aus ganz Europa.
Dachau war kein Vernichtungslager, aber hier wurden mehr politische Morde verübt als in jedem anderen Lager. Häftlinge wurden für medizinische Versuche missbraucht, etwa zu Unterdruck, Unterkühlung und Malaria. Nach außen präsentierte das Regime Dachau als „Musterlager“. Ein großer Teil der Toten – etwa 14.500 – starb in der letzten Kriegsphase im Außenlagerkomplex Kaufering.
Am 29. April 1945 befreiten Truppen der 7. US-Armee das Lager. In den anschließenden Dachauer Prozessen standen die Täter vor US-Militärgerichten. Seit 1965 besteht die Gedenkstätte, 2019 kamen rund 900.000 Besucher.
Stand: Oktober 2026:
Öffentliche Rundgänge (ca. 2,5 Stunden) kosten 4 €: auf Deutsch täglich um 12 Uhr, auf Englisch täglich um 11 und 13 Uhr. Tickets gibt es am Tag selbst am Infoschalter im Besucherzentrum, spätestens 45 Minuten vor Beginn; reservieren kannst du nicht, und pro Rundgang sind nur 30 Personen möglich. Ein Audioguide kostet 5 €, ermäßigt 4 €, und ist in 18 Sprachen erhältlich, darunter Englisch, Polnisch, Hebräisch und Ukrainisch.
Mit S-Bahn und Bus (empfohlen): Vom Münchner Hauptbahnhof fährst du mit der S2 Richtung Dachau/Petershausen oder mit der Regionalbahn in rund 25 Minuten nach Dachau. Am Bahnhof steigst du in den Bus 726 Richtung Saubachsiedlung, nach etwa zehn Minuten bist du an der Gedenkstätte. Ein Single- oder Partner-Tagesticket „München M-1“ gilt für beide Strecken.
Mit dem Auto: Über die A8 (Ausfahrt Dachau-Fürstenfeldbruck) oder die A92 (Ausfahrt Oberschleißheim/Dachau) und dann die B 471. Der Besucherparkplatz an der Alten Römerstraße 73 kostet 3 € für Pkw, ist aber begrenzt und oft voll. Achtung: Kartenzahlung ist am Parkplatz nicht möglich.
Eingang und Besucherzentrum: Pater-Roth-Straße 2a, 85221 Dachau.
Wer sich vorab einlesen möchte, findet auf der Website der Gedenkstätte eine Rundgangsbroschüre, Informationen zum Dokumentarfilm über das Lager sowie mobile Apps für den Rundgang. Gerade wenn du ohne Führung unterwegs bist, helfen Audioguide oder App, die einzelnen Stationen einzuordnen – auf dem weitläufigen Gelände erschließt sich vieles sonst nur schwer.
Für blinde und sehbehinderte Besucher stellt die Gedenkstätte eine eigene Wegbeschreibung als PDF bereit; Fragen zur Barrierefreiheit beantwortet das Team unter der zentralen Telefonnummer. Gruppen ab zehn Personen können Audioguides über den Verleihpartner vorab reservieren, Schulklassen und Gruppen buchen Rundgänge separat.
Denk daran, dass die Gedenkstätte ein Ort der Erinnerung und der Trauer ist. Respektvolles Verhalten, angemessene Kleidung und Ruhe an den Gedenkorten sind selbstverständlich. Viele Besucher empfinden den Rundgang als emotional belastend – nimm dir danach Zeit, das Gesehene zu verarbeiten, etwa im Bistro des Besucherzentrums.
Täglich 9–17 Uhr, am 24. Dezember geschlossen; letzter Einlass in den Krematoriumsbereich 16:30 Uhr.
Eintritt frei, keine Anmeldung nötig; öffentliche Rundgänge 4 € (Deutsch 12 Uhr, Englisch 11 und 13 Uhr); Audioguide 5 €, ermäßigt 4 €.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026