Bauwerke & Wahrzeichen
Chilehaus
Hamburg, Hamburg
- 20–60 Min.
- Familienfreundlich
Bauwerke & Wahrzeichen
Hamburg, Hamburg

Audioguide
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Audio-Spaziergang durch Hamburg — 12 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
12 Stationen 90 Min. 3,9 km
Das Chilehaus in Hamburg ist eines der berühmtesten Bürogebäude Deutschlands und ein Hauptwerk des Backsteinexpressionismus. Der dunkle Klinkerbau im Kontorhausviertel erinnert mit seiner spitzen Ostecke an den Bug eines Schiffes. Seit 2015 gehört er zum UNESCO-Welterbe. Du musst keinen Eintritt zahlen, um ihn zu bewundern: Das Chilehaus gehört zu den Hamburger Sehenswürdigkeiten, die man vor allem im Vorbeigehen und bei einer Runde um den Block erlebt.
Gebaut wurde das Chilehaus von 1922 bis 1924 nach Plänen des Architekten Fritz Höger. Bauherr war der Kaufmann Henry B. Sloman, der sein Vermögen mit dem Handel von Chilesalpeter gemacht hatte. Nach seinen 32 Jahren Arbeit in Südamerika nannte er das Haus „Chilehaus“. Baubeginn war am 14. Mai 1922, im Februar 1924 übergab man das Gebäude an den Bauherrn.
Die Fassade besteht aus Bockhorner Klinker. Höger sprach von rauen, aussortierten Steinen, die er bewusst einsetzte. Das heißt aber nicht, dass tatsächlich Abfall vermauert wurde. Das Haus steht auf Stahlbetonpfählen von bis zu 16 m Länge, zusammen rund 18.000 Meter. Die Baukosten lagen bei etwa 10 Millionen Reichsmark, genauer lässt sich das wegen Inflation und Währungsreform nicht sagen. Seit 1983 ist das Gebäude ein Kulturdenkmal.
Ursprünglich vermietete Sloman die Flächen an viele kleine Import- und Exportfirmen. Heute sitzen im Erdgeschoss unter anderem ein Manufactum-Geschäft und ein Klaviersalon von C. Bechstein.
Das Haus hat neun bis zehn Geschosse, die oberen Etagen sind als Staffelgeschosse zurückgesetzt. Insgesamt umfasst es rund 36.000 m² Bruttogeschossfläche auf einer Grundfläche von 5.950 m². Das wirkt gewaltig, doch die gestaffelten Dächer und die vielen Ziegelornamente geben der Fassade Rhythmus.
Am 5. Juli 2015 nahm die UNESCO die „Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit Chilehaus“ in die Welterbeliste auf. Das Chilehaus ist darin das bekannteste Einzelgebäude. Das Kontorhausviertel besteht aus großen Backsteinbauten, die für Handelsfirmen errichtet wurden, und das Chilehaus gilt als Vorbild dieser Bauweise der 1920er-Jahre. Es lohnt sich deshalb, den Besuch nicht auf ein einziges Foto zu beschränken, sondern die Gegend zu Fuß zu erkunden. Sloman hatte das Grundstück bereits im Oktober 1921 gekauft, die Planung und der Bau liefen also in der Zeit der Inflation, was erklärt, warum sich die Kosten nur schätzen lassen.
Für die Außenansicht und einen Gang durch den Hof reichen 30 bis 45 Minuten; mit Pausen zum Fotografieren kann es länger dauern. Das ist eine eigene Schätzung. Wer tiefer einsteigen möchte, kann das Chilehaus mit einem Spaziergang durch das ganze Kontorhausviertel verbinden. Dafür gibt es selbstgeführte Audiotouren, die das Chilehaus einschließen. Offizielle Führungen durch das Haus selbst haben wir nicht bestätigt gefunden, auf der Website chilehaus.de kannst du nachfragen.
Für die Außenfassade und die öffentlich zugänglichen Höfe zahlst du nichts. Feste Öffnungszeiten für den Innenhof nennt keine geprüfte Quelle. Die Hausnummer wird je nach Quelle unterschiedlich angegeben (Fischertwiete 1 für den Info Point, Fischertwiete 2 auf Tourismus- und Kartenseiten). Für die Navigation reicht die Postleitzahl 20095 und der Name Chilehaus.
Das Chilehaus liegt in der Altstadt, am Rand des Kontorhausviertels, Fischertwiete 2, 20095 Hamburg. Die U-Bahn-Station Meßberg (U1) ist der nächste Anlaufpunkt. Wer mit dem Auto kommt, sollte ein Parkhaus in der Innenstadt wählen; Preise oder Plätze direkt am Haus haben wir nicht geprüft. Die Hamburg Card (ab 12,90 €) schließt die Fahrt mit dem HVV ein.
Der Rundgang ist kurz und gut mit Kindern machbar. Die Außenansicht ist ebenerdig; zur Barrierefreiheit der Innenräume und des Info Points gibt es keine geprüften Angaben.
Zu Fuß erreichst du die Speicherstadt, die mit dem Kontorhausviertel zum Welterbe zählt. Das Chocoversum liegt wenige Gehminuten entfernt, und das Museum für Kunst und Gewerbe ist in der Nähe des Hauptbahnhofs. Im Kontorhausviertel selbst lohnt außerdem der Blick auf weitere Backsteinbauten wie den Sprinkenhof.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026