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Highlights

  • Neue Staatsgalerie von James Stirling (1984) mit grünen Glaswänden und pink-blauen Handläufen
  • Klassizistische Alte Staatsgalerie von 1843 mit Ehrenhof
  • Altdeutsche Tafelbilder mit dem Herrenberger Altar von Jerg Ratgeb
  • Rembrandts „Paulus im Gefängnis" und Memlings „Bathseba im Bade"
  • Sammlungspräsentation „THIS IS TOMORROW" zum 20. und 21. Jahrhundert
  • Henry Moores Bronze „Die Liegende" vor dem Eingang

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Stuttgart: Tüftler im Kessel

Audio-Spaziergang durch Stuttgart — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören

13 Stationen 90 Min. 3,5 km

Über diesen Ort

Grellgrüne Fensterbänder, rosa und blaue Stahlrohr-Handläufe, dazu Sandstein- und Travertinstreifen wie bei einem antiken Bau: Als die Neue Staatsgalerie von James Stirling 1984 eröffnete, stritten Architekten heftig über sie. Heute gilt sie als Hauptwerk der Postmoderne in Deutschland. Zusammen mit dem klassizistischen Altbau von 1843 bildet sie die Staatsgalerie Stuttgart, eines der großen Kunstmuseen Deutschlands mit rund 5.000 Gemälden und Skulpturen aus 700 Jahren. Seit 2026 wird das Haus saniert, bleibt aber immer geöffnet.

Geschichte: drei Bauten, drei Epochen

König Wilhelm I. von Württemberg ließ das Museum der Bildenden Künste 1838 bis 1842 von Gottlob Georg Barth errichten, 1843 wurde es eröffnet. Anfangs teilte sich die Sammlung das Haus mit der königlichen Kunstschule. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Altbau fast vollständig zerstört und 1958 wieder eröffnet. Für die Erweiterung gewann das Londoner Büro von James Stirling und Michael Wilford 1977 einstimmig den Wettbewerb. Kritiker wie Frei Otto warfen dem Entwurf Monumentalität und zu viele historische Zitate vor, Stirling hielt dagegen, sein Bau solle monumental und zugleich volkstümlich sein. Im ersten Jahr kamen so viele Menschen, dass die Staatsgalerie auf Platz zwei der deutschen Museumsstatistik stand. 2002 kam ein dritter Bau für die Graphische Sammlung mit über 400.000 Werken hinzu.

Was du sehen solltest

  • Der Stirling-Bau: Die Säle liegen wie beim Alten Museum in Berlin rund um eine zentrale Rotunde, der Eingang ist schräg gestellt. Nimm dir Zeit für die Rampen und die Hochterrasse draußen. Vor dem Eingang liegt Henry Moores Bronze „Die Liegende".
  • Alte Meister: Altdeutsche Tafelbilder mit dem Herrenberger Altar von Jerg Ratgeb, Hans Memlings „Bathseba im Bade" und Rembrandts „Paulus im Gefängnis".
  • Das 19. Jahrhundert: Caspar David Friedrich, Delacroix, Courbet und Monet, dazu Klassizisten aus Stuttgart wie der Bildhauer Johann Heinrich Dannecker.
  • „THIS IS TOMORROW": Die Neupräsentation der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts läuft bis Ende 2027.
  • Sonderausstellungen: „BÄNG – Radikale Künstlerinnen aus dem Archiv Sohm" (bis 31.01.2027), ab 27.11.2026 „Albtraum und Vision", ab 04.12.2026 „Alles surreal? Fotografie im Kosmos des Surrealismus".

Was die Sanierung für deinen Besuch bedeutet

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis 2034, das Haus schließt aber nie komplett. Im Herbst 2026 sind die Räume 28 bis 42 im Obergeschoss des Stirling-Baus bis zum 03.12.2026 geschlossen, Raum 14 mit Kunst des 19. Jahrhunderts bis voraussichtlich Sommer 2027. Wegen der Arbeiten im Treppenhaus des Altbaus sind einzelne Werke wie die Hölzel-Glasfenster zeitweise nicht zu sehen. Die Meisterwerke der Klassischen Moderne ziehen um: Ab 19.02.2027 zeigt das Museum sie unter dem Titel „Simply the Best" im Kunstgebäude am Schlossplatz.

Tickets und Öffnungszeiten (Stand: Oktober 2026)

  • Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag bis Sonntag 10–17 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr, montags geschlossen.
  • Sammlung: wegen der Sanierung 9 €, ermäßigt 7 €, mittwochs frei.
  • „BÄNG": 10,50 €, mit Sammlung 11 €, ermäßigt 8,50 € bzw. 9 €.
  • Frei: Kinder und Jugendliche bis einschließlich 20 Jahre. Garderobe und Mediaguide zur Sammlung sind kostenlos.
  • Ermäßigung gibt es auch mit einem tagesaktuellen bwtarif-Ticket oder dem Deutschlandticket.

Anfahrt und Parken

Der Eingang liegt an der Konrad-Adenauer-Straße 30. Vom Hauptbahnhof gehst du etwa zwölf Minuten zu Fuß, oder du fährst eine Station bis zur Haltestelle „Staatsgalerie" (Stadtbahn U1, U2, U4, U9, U14, Busse 40 und 42). Diese Haltestelle ist wegen Bauarbeiten derzeit nicht barrierefrei, als Alternative bieten sich „Charlottenplatz" und „Schlossplatz" an. Parken kannst du in der Parkgarage Staatsgalerie, im Parkhaus Haus der Geschichte, in der Parkgarage Landtag oder in der Tiefgarage Schlossgarten. Wegen der Baustelle von Stuttgart 21 empfiehlt das Museum öffentliche Verkehrsmittel.

Tripto-Tipp

Plane zwei bis drei Stunden ein, für Architekturfans zusätzlich eine halbe Stunde draußen auf den Terrassen. Wer sparen will, kommt mittwochs. Wenn du mit Rollstuhl oder Rollator kommst, ruf vorher an der Infotheke an, denn der Aufzug zum Haupteingang war im Herbst 2026 außer Betrieb. Gleich nebenan liegen das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und der Schlossgarten, zum Schlossplatz sind es rund zehn Minuten.

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Quellen und weiterführende Lektüre

Verifiziert16. Oktober 2026

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