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Highlights

  • Renaissance-Hochschloss mit Arkadenhof, gebaut ab 1533
  • Schwarze Marmorbadewanne von 1709 mit warmem und kaltem Wasser
  • Obere Orangerie mit rund 2000 gemalten Delfter Fliesen
  • Terrassengarten über der Lahn und Untere Orangerie nach Versailler Vorbild
  • Fürstengruft der Nassauer und Luxemburger Herrscher

Über diesen Ort

Die Lahn macht bei Weilburg eine fast vollständige Schleife, und genau auf dem Felssporn in ihrer Mitte steht Schloss Weilburg. Auf 400 m Länge zieht sich die Anlage über den Ostrand des Berges und nimmt fast die Hälfte der Altstadt ein. Im Kern steckt ein Renaissanceschloss des 16. Jahrhunderts, um das Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg ab 1701 eine komplette Barockresidenz mit Orangerien, Kirche und Terrassengärten bauen ließ. Das Ergebnis gehört zu den bedeutendsten barocken Schlossanlagen in Hessen.

Geschichte: von den Konradinern bis Luxemburg

Schon 906 stand auf dem Berg ein befestigter Sitz der Konradiner. König Konrad I. starb 918 in Weilburg. 1294 kaufte König Adolf von Nassau den Ort und verlieh ihm Stadtrechte, danach residierte hier immer wieder eine Linie des Hauses Nassau. Den ältesten Teil des heutigen Hochschlosses, den Ostflügel, ließ Graf Philipp III. ab 1533 errichten, bis 1590 wuchs daraus eine geschlossene Vierflügelanlage.

Die große Erweiterung folgte von 1701 bis 1721: Landesbaumeister Julius Ludwig Rothweil fügte Verwaltungsbauten, Marstall, Schlosskirche, Rathaus und Gärten so an, dass alles wie aus einem Guss wirkt. Auf der Baustelle sollen mehr als 720 Arbeiter tätig gewesen sein. Über die Nassauer kam das Schloss 1890 an das Großherzogtum Luxemburg. 1935 verkaufte Großherzogin Charlotte es an den preußischen Staat, seit 1945 gehört es dem Land Hessen. Weil fast die gesamte Einrichtung nach Luxemburg gegangen war, wurden die Räume mit Möbeln aus anderen Schlössern neu ausgestattet.

Was du sehen solltest

  • Renaissancehof: Der unregelmäßige Innenhof mit Arkaden und Löwenbrunnen ist wegen seiner Akustik im Sommer Spielort der Weilburger Schlosskonzerte.
  • Badekabinett: Die schwarze Marmorbadewanne von 1709 hatte fließend kaltes und warmes Wasser, erwärmt in zwei Kupferkesseln in einer Heizkammer nebenan.
  • Chinakabinett: Goldene Wandetageren mit ostasiatischem Porzellan rahmen die Porträts von Johann Ernst und seiner Frau Maria Polyxena.
  • Kurfürstliches Gemach: Das Prunkschlafzimmer für hohe Gäste mit rotem Bett, sternförmigem Parkett und Kamin aus schwarzem Marmor bildet den Höhepunkt der barocken Raumfolge.
  • Obere Orangerie: Weil dem Grafen echte Delfter Fliesen zu teuer waren, malte Georg Friedrich Christian Seekatz rund 2000 Fliesen täuschend echt an die Wand.
  • Schlossgarten: Die Terrassen entstanden 1706 bis 1714. Von der oberen Terrasse, gestützt von einer bis zu 12 m hohen Mauer, blickst du weit ins Lahntal. Die Untere Orangerie von 1711 bis 1713 orientiert sich an der Orangerie von Versailles und dient bis heute als Winterquartier für Kübelpflanzen.

Kurios: ein Stück Luxemburg in Hessen

Unter dem Altar der Schlosskirche liegt die Fürstengruft mit über 30 nassauischen und luxemburgischen Herrschern. Beim Verkauf 1935 blieb sie im Besitz des luxemburgischen Herrscherhauses. Geöffnet wird sie nur einmal im Jahr, am 17. November, dem Todestag von Großherzog Adolph, dem letzten Herzog von Nassau.

Besichtigung und Zeitplanung

Die Innenräume siehst du nur bei einer Führung von etwa 60 Minuten; sie startet zu jeder vollen Stunde, ab zwei Personen, und führt durch West-, Nord-, Ost- und Südflügel sowie die Obere Orangerie. Der Schlossgarten ist ganzjährig bis zur Dunkelheit frei zugänglich. Mit Garten und einem Bummel über den Marktplatz solltest du zwei bis drei Stunden einplanen. Der Stadtpfeiferturm ist derzeit geschlossen.

Tickets und Öffnungszeiten (Stand: Oktober 2026)

  • März bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10–17 Uhr, Führungen stündlich 10–16 Uhr
  • November bis Februar: Dienstag bis Sonntag 10–16 Uhr, Führungen stündlich 10–15 Uhr
  • Geschlossen: montags (außer an Feiertagen), 24. bis 26. Dezember sowie 31. Dezember und 1. Januar
  • Eintritt mit Führung: 9 €, ermäßigt 7,50 €, Familienkarte 22,50 €, Kinder bis 5 Jahre frei
  • Kombiticket mit dem Bergbau- und Stadtmuseum in der ehemaligen Kanzlei: 13 €, ermäßigt 9,50 €

Anfahrt und Tipps

Das Schloss liegt am Schlossplatz mitten in der Altstadt. Weilburg hat einen Bahnhof an der Lahntalbahn, von dort gehst du über die Lahn hinauf. Mit dem Ticket bekommst du eine Ermäßigung im Schloss Braunfels, das sich gut für einen zweiten Ausflug eignet. Schöne Fotos vom ganzen Schloss gelingen vom Ufer gegenüber, wo die Fassade über der Lahn aufragt.

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Quellen und weiterführende Lektüre

Verifiziert14. Oktober 2026

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