Bauwerke & Wahrzeichen
Fürstenzug
Dresden, Sachsen
- 15–30 Min.
- Familienfreundlich
- Mit Hund
Bauwerke & Wahrzeichen
Dresden, Sachsen

Audioguide
Station 8 von 12 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Hundert Meter Porzellan, das das Feuer überstand.”
12 Stationen 90 Min. 2,9 km
Der Fürstenzug in Dresden ist ein rund 102 Meter langes Wandbild aus Meißner Porzellan an der Außenwand des Stallhofs in der Augustusstraße und gilt als das größte Porzellanbild der Welt. Es zeigt die Herrscher aus dem Haus Wettin als prächtigen Reiterzug durch acht Jahrhunderte sächsische Geschichte. Der Fürstenzug liegt auf dem Weg zwischen Schlossplatz und Frauenkirche, kostet keinen Eintritt und ist eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Altstadt.
Den Anstoß gab das 800-jährige Jubiläum des Hauses Wettin, das 1889 gefeiert werden sollte. Der Historienmaler Wilhelm Walther entwarf den Zug und führte ihn zunächst in den 1870er-Jahren als Sgraffito aus – eine Kratzputztechnik, die auch die Fassaden im Residenzschloss prägt. Doch Wind und Wetter setzten dem Putz schnell zu.
Deshalb wurde das Bild zwischen 1904 und 1907 auf Fliesen aus der Porzellan-Manufaktur Meissen übertragen. Rund 23.000 Fliesen mit einer Kantenlänge von etwa 20 Zentimetern wurden bemalt, gebrannt und an der Wand verlegt. Die Wahl erwies sich als Glücksfall: Bei den Luftangriffen im Februar 1945 blieb der Fürstenzug weitgehend erhalten, während ringsum fast alles zerstört wurde. Bei der Restaurierung 1978/79 wurden 212 beschädigte Fliesen ersetzt.
Das Bild ist etwa 10,5 Meter hoch und zeigt insgesamt 94 Personen, darunter 35 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige. Der Zug beginnt mit Konrad dem Großen (Markgraf im 12. Jahrhundert) und reicht bis zu König Georg zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Unter jedem Herrscher steht sein Name samt Regierungszeit – so kannst du die Ahnenreihe Schritt für Schritt ablaufen.
Achte auf diese Details:
Der Fürstenzug ist rund um die Uhr frei zugänglich, Eintritt fällt nicht an. Für einen entspannten Blick auf alle Figuren reichen 15 bis 30 Minuten. Die Augustusstraße ist schmal, deshalb bekommst du das ganze Bild nur schräg aufs Foto. Tipp: Stell dich an das Neumarkt-Ende und fotografiere entlang der Wand Richtung Schloss und Hofkirche – das ist die klassische Perspektive. Am frühen Morgen ist die Gasse noch leer, nachmittags fällt das Licht besonders schön auf die gelben Porzellanfliesen.
Wer mehr über die Herrscher wissen will, findet im Residenzschloss und im Stallhof hinter der Wand weiteren Hintergrund zur Wettiner-Geschichte.
Die Augustusstraße verbindet den Schlossplatz mit dem Neumarkt. Mit der Straßenbahn fährst du bis Theaterplatz oder Pirnaischer Platz, vom Hauptbahnhof aus sind es rund 20 Minuten zu Fuß. Autofahrer parken am besten in den Tiefgaragen rund um Frauenkirche und Neumarkt. Die Gasse ist eben und gepflastert und damit auch mit Kinderwagen und Rollstuhl gut zu befahren.
Der Fürstenzug ist das Bindeglied zwischen den großen Sehenswürdigkeiten der Altstadt: Am einen Ende stehen das Residenzschloss und die Katholische Hofkirche, am anderen die Frauenkirche und das Verkehrsmuseum im Johanneum. Über die Freitreppe am Schlossplatz bist du in zwei Minuten auf der Brühlschen Terrasse, und auch Semperoper, Zwinger und Gemäldegalerie Alte Meister sind nur wenige Gehminuten entfernt.
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