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Highlights

  • Kuppel mit 36 m Spannweite über 20 korinthischen Säulen
  • Heller Rundraum nach dem Vorbild des Pantheons in Rom
  • Deckengemälde von Walter Georgi aus dem Jahr 1912
  • Grablege früher Habsburger, 1770 hierher überführt
  • Blasiusbrunnen mit Bischofsfigur von 1714 auf dem Domplatz
  • Internationale Domkonzerte im Sommer

Über diesen Ort

Wer über die Höhen von Bernau oder Todtmoos nach St. Blasien kommt, rechnet nicht mit diesem Anblick: Mitten in einem engen Schwarzwaldtal erhebt sich eine grüne Kuppel, die eher nach Rom als nach Hochschwarzwald aussieht. Der Dom St. Blasien, im Volksmund „Schwarzwälder Dom“, ist die ehemalige Abteikirche eines der reichsten Benediktinerklöster im Südwesten. Bei seiner Weihe 1783 war er die drittgrößte Kuppelkirche Europas, und die Kuppel mit 36 m Spannweite gehört bis heute zu den größten des Kontinents.

Geschichte: Feuer, Habsburger und eine Betonkuppel

Ein Brand zerstörte 1768 die mittelalterliche Klosterkirche. Fürstabt Martin Gerbert nutzte die Katastrophe für ein ehrgeiziges Projekt: Statt einer klassischen Barockkirche ließ er vom französischen Architekten Pierre Michel d'Ixnard einen Zentralbau nach dem Vorbild des Pantheons in Rom planen, ein frühes Werk des Klassizismus in Deutschland. Gerbert verfolgte dabei auch politische Ziele. St. Blasien gehörte zu Vorderösterreich, und 1770 ließ er die Gebeine von 14 frühen Habsburgern aus Basel und Königsfelden in der Schweiz hierher überführen, darunter Gertrud von Hohenberg, die Frau König Rudolfs I. Das Kloster sollte so zur Grablege der Dynastie werden und politisch unangreifbar.

Geholfen hat es wenig. 1806 fiel St. Blasien an Baden, die Mönche zogen nach Österreich ins Stift St. Paul im Lavanttal und nahmen Bibliothek und Kirchenschatz mit. In die Klostergebäude zogen Fabriken. 1874 brach in einer Spinnerei ein Feuer aus, die hölzerne Kuppel stürzte ein. Erst 1910 bis 1913 entstand die Innenkuppel neu, als eine der ersten Kuppeln aus Eisenbeton. Daran hängt die eigentliche Zierkuppel, die du heute von unten siehst.

Was du sehen solltest

  • Der Rundraum: 20 korinthische Säulen von je 18 m Höhe tragen die Kuppel. Das Besondere ist die Geometrie: Der Durchmesser von 36 m entspricht genau der Raumhöhe.
  • Das Deckengemälde: In der Kuppelmitte zeigt Walter Georgis Bild von 1912 die Aufnahme Marias in den Himmel. Es ersetzt ein Werk von Johann Christian Wentzinger, das 1874 verbrannte.
  • Die Farbe Weiß: Bei der Renovierung zum 200. Jubiläum 1983 bekam der Innenraum seine helle, fast kühle Fassung. Damals heftig kritisiert, gilt sie heute als gelungen.
  • Die Fassade: Vier dorische Säulen von 15 m Höhe tragen die Vorhalle, flankiert von zwei 30 m hohen Glockentürmen.
  • Der Blasiusbrunnen: Auf dem Domplatz steht eine Bischofsfigur von 1714 des Villinger Bildhauers Anton Josef Schupp.

Gut zu wissen

Bei der Außenrenovierung 1985 fanden die Handwerker in der Kupferdeckung der Kuppel noch zahlreiche Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg. Und der Name „Dom“ ist streng genommen falsch: St. Blasien war nie Bischofssitz, als Klosterkirche müsste die Kirche Münster heißen.

Besichtigung und Zeitplanung (Stand: Oktober 2026)

  • Öffnungszeiten: April bis Oktober 8:30–18:30 Uhr, November bis März 8:30–17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
  • Gottesdienste: Während Messen und Veranstaltungen ist keine Besichtigung möglich. Sonntags am Vormittag besser nicht einplanen.
  • Führungen: Die rund einstündige Domführung gibt es nur für Gruppen nach Buchung über das Pfarrbüro, ab 70 € für bis zu 30 Personen, auch auf Englisch und Französisch. An Sonn- und Feiertagen finden keine Führungen statt.
  • Domkonzerte: Im Sommer laufen die Internationalen Domkonzerte, 2026 kosteten Karten 15 € dienstags und 20 € samstags.

Für Dom und Domplatz reichen 30 bis 60 Minuten. Mit einem Konzert oder einem Spaziergang durch das Albtal wird ein halber Tag daraus.

Anfahrt und Parken

Der Dom steht an der Fürstabt-Gerbert-Straße 16. Von Freiburg oder Titisee fährst du über die B 500 Richtung Waldshut bis Häusern, von dort sind es noch rund 4 km. Aus der Schweiz kommst du über Waldshut auf derselben Straße. Einen barrierefreien Zugang gibt es, im Winter bleibt er wegen Dachlawinen allerdings geschlossen.

Tripto-Tipp

Plane den Besuch so, dass du in der Nachmittagssonne über den Domplatz auf die Fassade zugehst. Am Abend werden Dom und Platz beleuchtet. Wer Wasser mag, fährt anschließend weiter zum Schluchsee, der nur wenige Kilometer nördlich liegt.

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