Denkmäler & Monumente
Deutsches Eck
Koblenz, Rheinland-Pfalz
- 30–90 Min.
- Familienfreundlich
Denkmäler & Monumente
Koblenz, Rheinland-Pfalz
Das Deutsche Eck in Koblenz ist die Landzunge, an der die Mosel in den Rhein mündet, und eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands. Über der Spitze thront das mächtige Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I., gegenüber erhebt sich die Festung Ehrenbreitstein, und zu beiden Seiten ziehen Ausflugsschiffe vorbei. Mehr als zwei Millionen Menschen kommen jedes Jahr hierher. Der Platz ist frei zugänglich, Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal und der perfekte Startpunkt für einen Tag in Koblenz.
Seinen Namen verdankt das Deutsche Eck dem Deutschen Orden, der sich 1216 am Zusammenfluss von Rhein und Mosel niederließ. Das Deutschherrenhaus steht bis heute gleich hinter dem Denkmal. Auch der Stadtname hat mit dem Ort zu tun: Er geht auf das lateinische „Castellum apud Confluentes” zurück, das Kastell am Zusammenfluss.
Die heutige Landspitze ist künstlich. Nachdem Kaiser Wilhelm II. den Ort 1891 für ein Denkmal seines Großvaters ausgewählt hatte, wurde ein Nothafen an der Moselmündung zugeschüttet. Architekt Bruno Schmitz entwarf die Anlage, Emil Hundrieser das Reiterstandbild aus Kupfer. Am 31. August 1897 wurde das Denkmal eingeweiht.
Im März 1945 zerstörte Artilleriebeschuss die Figur. 1953 widmete Bundespräsident Theodor Heuss den leeren Sockel zum Mahnmal der deutschen Einheit; bis 1993 wehte dort die Bundesflagge. Nach der Wiedervereinigung setzte man im Herbst 1993 eine Nachbildung des Reiterstandbilds auf den Sockel, gestiftet von Werner Theisen, der die Einweihung am 25. September 1993 nicht mehr erlebte. Der Kopf der alten Figur ist heute im Mittelrhein-Museum zu sehen. Seit 2002 gehört das Deutsche Eck zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.
Das Deutsche Eck ist rund um die Uhr frei zugänglich, Eintritt zahlst du nicht. Für Denkmal, Uferspitze und ein paar Fotos reichen 30 bis 60 Minuten. Besonders schön ist es am frühen Morgen, wenn noch wenig los ist, und am Abend, wenn die Sonne über der Altstadt untergeht und gegenüber die Festung beleuchtet wird. An Sommerwochenenden und bei Großveranstaltungen wie „Rhein in Flammen” ist es sehr voll.
Den besten Blick auf das Deutsche Eck hast du übrigens nicht vom Denkmal selbst, sondern von der Festung Ehrenbreitstein auf der anderen Rheinseite. Mit der Seilbahn, deren Talstation ganz in der Nähe am Konrad-Adenauer-Ufer liegt, schwebst du in wenigen Minuten hinauf. Die Bahn ist barrierefrei und fährt täglich ab 10 Uhr. Praktisch ist das Kombiticket für Seilbahn und Festung, das für Erwachsene 21,90 € kostet (Stand: Oktober 2026). So verbindest du die beiden Koblenzer Wahrzeichen zu einem entspannten Halbtagesausflug: unten das Denkmal, oben die Festung mit Museum und Aussicht, und zurück geht es wieder mit der Gondel über den Rhein.
Auch vom Wasser aus ist das Deutsche Eck ein Erlebnis. Direkt an den Ufern legen Ausflugsschiffe ab, die rheinaufwärts ins Mittelrheintal oder auf die Mosel fahren. Wer mit dem Schiff ankommt, erlebt die Landspitze mit dem Denkmal so, wie sie ursprünglich gedacht war: als monumentale Kulisse am Zusammenfluss der beiden Flüsse.
Das Deutsche Eck liegt am Rand der Koblenzer Altstadt. Vom Hauptbahnhof Koblenz sind es gut zwei Kilometer; du kannst durch die Altstadt laufen oder einen der Stadtbusse nehmen, die in der Nähe halten. Schön ist auch der Weg entlang der Rheinpromenade. Mit dem Auto parkst du am besten in einem der Parkhäuser in der Altstadt, denn direkt an der Spitze gibt es keinen Parkplatz. Für Radfahrer liegt das Deutsche Eck an den Radwegen entlang von Rhein und Mosel.
Kinder haben Spaß an den vorbeifahrenden Schiffen, den bunten Fahnen und der anschließenden Seilbahnfahrt. Rund um die Spitze ist das Gelände eben und gut mit Kinderwagen oder Rollstuhl zu erreichen. Auf den Sockel des Denkmals führen allerdings Treppen. Cafés und Restaurants mit Außenterrassen findest du direkt in der Umgebung.
Gleich gegenüber liegt die Festung Ehrenbreitstein, eine der größten Festungsanlagen Europas mit Landesmuseum. In der Altstadt lohnen die romanische Basilika St. Kastor, die Liebfrauenkirche und der Brunnen am Görresplatz. Das Ludwig Museum im Deutschherrenhaus zeigt moderne Kunst. Wer Burgen liebt, fährt rheinaufwärts ins Obere Mittelrheintal, etwa zur Burg Rheinfels in St. Goar, oder moselaufwärts zur Burg Eltz.
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Geprüft: Oktober 2026