Wasserfälle
Allerheiligen-Wasserfälle
Oppenau, Baden-Württemberg
- 1–3 Std.
- Familienfreundlich
- Parkplatz
Wasserfälle
Oppenau, Baden-Württemberg
Die Allerheiligen-Wasserfälle bei Oppenau sind die größten natürlichen Wasserfälle des Nordschwarzwalds. In sieben Stufen stürzt der Grindenbach durch eine enge, bis zu 100 Meter tiefe Felsschlucht, begleitet von einem Steig mit Treppen, Brücken und Geländern. Oberhalb der Fälle wartet mit der romantischen Klosterruine Allerheiligen ein zweites Highlight. Der Ausflug lohnt sich besonders an heißen Sommertagen und nach Regen, wenn viel Wasser fließt – und ist kostenlos.
Die Wasserfälle tragen auch die Namen „Büttensteiner Wasserfälle“ oder „Sieben Bütten“ – nach den ausgewaschenen Becken am Fuß jeder Stufe. Der Grindenbach, der Oberlauf des Lierbachs, hat sich hier durch hartes Porphyrgestein gefressen. Wie hoch die Fälle insgesamt sind, darüber gehen die Angaben auseinander: 66 Meter Fallhöhe zwischen 574 und 508 Metern über dem Meer oder fast 90 Meter (Schwarzwald-Tourismus). Beeindruckend ist es so oder so, zumal die einzelnen Stufen in ein dichtes Grün aus Moos, Farn und Bergwald eingebettet sind.
Erste Wege in die Schlucht legten Forstleute 1840 an, damals noch mit Leitern an den Fallstufen. Kurz darauf wurde der Steig mit Treppen und Geländern ausgebaut, seit 1964 führen Sandsteintreppen hinauf. Heute gehst du vom unteren Parkplatz in rund einer halben Stunde bergauf an allen Kaskaden vorbei bis zum Kloster – mit vielen Stufen und teils feuchtem, rutschigem Untergrund. Feste Schuhe sind Pflicht. Für Rollstühle und Kinderwagen ist der Weg wegen der Treppen nicht geeignet.
Tipp: Wer mehr Zeit hat, verbindet die Fälle auf einem Rundweg mit Kloster und Aussichtspunkten. Auch der Ortenauer Sagenrundweg führt hier vorbei und erzählt die Legenden rund um Schlucht und Kloster.
Um 1196 gründete Uta von Schauenburg hier ein Kloster der Prämonstratenser. Nach der Aufhebung 1802 traf am 6. Juni 1804 ein Blitz den Kirchturm, der Brand zerstörte große Teile der Anlage. Erhalten sind die frühgotische Westfassade, Teile des Langhauses, ein Querhausarm und der terrassierte Barockgarten. Im Juli finden im Kirchenschiff Freilichtaufführungen statt, eine Ausstellung im ehemaligen Ökonomiegebäude erzählt die Klostergeschichte.
Die Fälle liegen rund 10 Kilometer nördlich von Oppenau im Lierbachtal. Mit dem Auto fährst du von Oppenau über die K 5370 Richtung Schwarzwaldhochstraße oder von Ottenhöfen über die K 5371. Parkplätze gibt es am unteren Ende der Wasserfälle und beim Kloster; an sonnigen Wochenenden sind sie schnell voll. Mit Bahn und Bus geht es über die Renchtalbahn nach Oppenau oder die Achertalbahn nach Ottenhöfen und weiter mit dem Bus – prüfe die Fahrpläne vorab, da die Busse nicht häufig fahren.
Der Besuch der Wasserfälle und der Klosterruine ist kostenlos, feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Am eindrucksvollsten sind die Fälle nach der Schneeschmelze und nach Regentagen. Im Winter kann der Weg vereist sein; dann ist besondere Vorsicht geboten. Im Hochsommer ist die schattige, kühle Schlucht ein angenehmes Ziel, wenn es im Rheintal drückend heiß ist. An Wochenenden mit schönem Wetter kommen viele Ausflügler – früh am Morgen hast du die Kaskaden oft fast für dich allein. Für Fälle und Kloster solltest du ein bis zwei Stunden einplanen.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026